Nawalny

Der Kult der Stärke

Zwischen Alexei Nawalny und Wladimir Putin tobt ein Kampf auf Leben und Tod

Putin auf dem Pferd demonstriert Stärke.
Wladimir der Starke: Putin inszeniert sich gern als dominant. 2007 zeigte er sich nicht nur hoch zu Ross, sondern überraschte den Westen erstmals mit einer herausfordernden Rede in München.

Ein Symbol der Zaren­macht ist das Zepter. Putin, der Russ­land zwan­zig Jahre regiert, hatte bis jetzt kein Zepter. Jetzt endlich ist es erschie­nen. Am 23. Januar verlie­fen die Protest­de­mons­tra­tio­nen, die wie eine große Welle über das ganze Land schwapp­ten, im Zeichen des neuen Zaren­sym­bols: einer Klobürs­te.

Putins Weg begann mit einer Toilet­ten-Meta­pher, als er verkün­de­te, die tsche­tsche­ni­schen Kämp­fer müsse man „auf dem Schei­ßhaus abmurk­sen“. Unse­rem Land haben sich diese Worte für immer einge­prägt, und nun wird er offen­bar auch mit einem Toilet­ten-Meme enden.

In Alexei Nawalny­s scho­nungs­lo­sem Enthül­lungs­vi­deo über einen Märchen­pa­last im kauka­si­schen Gelend­schik am Ufer des Schwar­zen Meeres, an Luxus vergleichbar mit Schloss Versailles, springt ein Detail ins Auge, eine Klobürs­te für sieben­hun­dert Euro. Wer ist der Besit­zer dieser golde­nen Klobürs­te und des dazu­ge­hö­ri­gen Palas­tes? Nawalnj hat keinen Zwei­fel: Präsi­dent Putin.

Am 23. Januar baute der junge Tisch­ler Georgi bei mir auf der Datscha Möbel zusam­men. Abends beim Tee sagt er, wenn Putin Zar wäre, dann bitte schön: Palast, golde­ne Klobürs­te. Aber er ist nun mal kein Zar!

Bei Georgi regen sich Zwei­fel: Viel­leicht war es ja doch nicht auf Befehl Putins, dass sie den aus Berlin einge­trof­fe­nen Nawalny umge­hend in Unter­su­chungshaft genom­men haben, wo er nun auf seine Gerichts­ver­hand­lung wartet? Das Dilem­ma für das Putin-Regime: Georgi, weit entfernt von jeder Poli­tik, ist eher auf Nawalnys als auf Putins Seite.

Das Volk vergöttert den Zaren

Er hat sich das Video über den Palast ange­schaut. Vier­zig Millio­nen haben es gese­hen, sage ich. Nein, 79 Millio­nen, sagt Georgi, seine Augen funkeln, er ist beein­druckt von dieser Zahl. Noch vor einem Monat war ihm Nawalny­s Schicksal egal, aber jetzt zählt der Möbel­bau­er aus dem Moskau­er Umland zu Alexeis Fans. Wird das gedul­di­ge Russ­land, das Revo­lu­tio­nen fürch­tet, sich Nawalny zuwen­den?

Ein tödli­cher Kampf zwischen Nawalny und Putin hat begon­nen. Aller­dings hat Putin schon vor dem rache­ver­gif­te­ten Palast-Video Nawalny keines­wegs unter­schätzt. Bezeich­nen­der­wei­se nennt er ihn nie beim Namen.

Im System des Zauber­mär­chens, in dem Russ­land seit je exis­tiert, ist dies das größte Kompli­ment. Nur den gefähr­li­chen Feind darf man nicht beim Namen nennen. Das russi­sche Wort für Bär – medwedj – ist ein Pseud­onym: der Honigken­ner. Für Putin ist Nawalny der „Berli­ner Pati­ent“. Auf diese Weise schreibt Putin das russi­sche Märchen mit seiner beson­de­ren Logik und seinen anti­his­to­ri­schen Werten fort.

Ja, im Unter­schied zum in seiner Grund­la­ge vernünf­ti­gen Westen ist Russ­land ein Zauber­mär­chen. Es hat und hatte nie eine Geschich­te, statt­des­sen läuft ein Märchen­schau­spiel. Mit der Zeit wech­seln die Darstel­ler, nicht aber die Rollen.

Die Rolle des Zaren in unse­rem Märchen spielt heute Putin. Im russi­schen Märchen vergöt­tert das Volk den Zaren, das bedeu­tet, dass es ihm bei Wahlen seine Stimme gibt. Der Zar erobert Länder, nimmt sich die Krim, träumt von einem Land mit den Gren­zen der Sowjet­uni­on. Deswe­gen stand der Zar zunächst dem Volk nahe.

Liebhaber von Luxus und Raufbold

Er stammt aus einem Lenin­gra­der Hinter­hof, lernt von der Pike auf, sich zu vertei­di­gen, als echter Proll will er stär­ker sein als alle ande­ren. Der KGB hat ihm den Kult der Stärke einge­impft. Letz­ten Endes erweist sich der Zar als menschen­ver­ach­ten­der Lieb­ha­ber von Luxus und Rauf­bold von der Straße. Anstel­le von Siegen in seinem Kiez-Hinter­hof will er jetzt die Welt mit den Ameri­ka­nern und Chine­sen auftei­len. Europa soll die Klappe halten.

Doch so sehr das Volk seinen Zaren liebt, alles hat seine Gren­zen. Und Nawalny hat die Gren­zen aufge­zeigt. Bei seinen oppo­si­tio­nel­len Akti­vi­tä­ten verwan­delt er seit eini­ger Zeit den Volks­za­ren in den unsterb­li­chen Zaube­rer Koscht­schei – den beina­he unbe­sieg­ba­ren, häss­li­chen, biswei­len lächer­li­chen Böse­wicht der slawi­schen Mytho­lo­gie. Diese Märchen­fi­gur kann das Volk abso­lut nicht leiden.

Aber nichts zu machen: Abge­se­hen davon, dass der Zar Fehler macht, das Pensi­ons­al­ter nach oben schraubt, sich die Verfas­sung auf den Leib schnei­dert, um ewig regie­ren zu können, altert er auch noch – oh je! Und unser Märchen mag Koscht­schei, den Unsterb­li­chen nicht. Ein Koscht­schei wird nicht gewählt.

Und wer erzählt dem Volk vom gieri­gen und herz­lo­sen Koscht­schei? Unser zwei­ter Märchen­held. Nawalny hat sich in den Zare­witsch Iwan verwan­delt. Er ist der Thron­an­wär­ter, und seine Frau Julia passt in die Rolle der wunder­schö­nen Wassi­lis­sa. Ein fulmi­nan­tes Paar für den Kreml.

Jenseits des poli­ti­schen Rubi­kons

Der Märchen­zar Putin hat, wie es sich für einen Monar­chen gehört, uns zu einem harm­lo­sen, blüten­weiß gewa­sche­nen Volk erklärt: Wir sind besser als alle ande­ren.

Dennoch werden seit Beginn seiner Regent­schaft perma­nent poli­tisch die Schrau­ben ange­zo­gen. Der Frei­heits­spiel­raum schrumpft. Wir haben ein abso­lut gehor­sa­mes Parla­ment, servi­le Gerich­te und ein Staats­fern­se­hen, das rund um die Uhr die Taten des Zaren preist.

Und gegen diesen mitsamt seinen Omon-Sonder­ein­hei­ten und der Natio­nalgarde, gegen die Gewalt­or­ga­ne mit ihren Lakai­en tritt völlig unbe­waff­net der Zare­witsch Iwan an. Moment mal, nicht ganz. Er hat, wie im Märchen, einen grauen Wolf an seiner Seite. Das ist seine Anti­kor­rup­ti­ons­stif­tung FBK, die Dieb­stahl und Korrup­ti­on des Staa­ts anpran­gert. Und solan­ge Nawalny nur gegen Korrup­ti­on kämpf­te, war er Putin sogar nütz­lich. Die Boja­ren im Kreml schwie­gen. Jeder von ihnen konnte ja in Verdacht gera­ten oder sogar Ziel­schei­be eines direk­ten Angriffs des Oppo­si­tio­nel­len werden.

In einem bestimm­ten Moment schien Nawalny sogar Putin zu helfen, den sich libe­ral gebär­den­den Konkur­ren­ten Medwed­jew loszu­wer­den. Medwed­jew verstumm­te nach den Enthül­lun­gen über seine Machen­schaf­ten. Wo ist er abge­blie­ben? Abge­taucht im Nirgend­wo.

Doch der Zare­witsch Iwan alias Nawalny über­schritt den poli­ti­schen Rubi­kon, als er sich einen eben­falls ziem­lich märchen­haf­ten Plan ausdach­te und umzu­set­zen begann – das „System des klugen Abstim­mens“. Wählt, was auch immer, nur nicht die Partei des Zaren.

Dieses Projekt war nicht allzu erfolg­reich, dafür poten­zi­ell höchst schmerz­haft für die Macht­ha­ber. Dieses Jahr, im Septem­ber, stehen Duma­wah­len an, und unsere Märchen­du­ma wird aufhö­ren, ein störungs­frei­es Instru­ment der Zaren­macht zu sein, wenn dort auch nur einige wenige unab­hän­gi­ge Menschen auftre­ten. Und hast du nicht gese­hen, sorgen sich die Freun­de Putins, bricht ganz Russ­land zusam­men!

Der fehlerfreie Zar wehrt sich

Da feuer­te der Zar den ersten Schuss ab. Unser Zar ist unfehl­bar. Weder früher im Lenin­gra­der Hinter­hof noch heute im Kreml durfte und darf ein echter Kerl Fehler zuge­ben. Putin hat in den zwan­zig Jahren seiner Regent­schaft seiner Meinung nach keinen einzi­gen Fehler began­gen, ganz zu schwei­gen von irgend­ei­ner Nieder­träch­tig­keit. Alle Proble­me Russ­lands gehen auf das Konto des Westens und der fünf­ten Kolon­ne, die jetzt zu „auslän­di­schen Agen­ten“ erklärt wird.

Diese „Unfehl­bar­keit“ des Zaren hat Russ­land in der Welt isoliert. Der Zar hat jegli­che Betei­li­gung am Krieg im Donbass, am Abschuss der malay­si­schen Boeing und an der Vergif­tung der Skri­pals von sich gewie­sen. Mit schlim­men Dingen hat der Zar nichts zu tun. Aber der Zare­witsch Iwan denkt anders, er stachelt das Volk gegen den unsterb­li­chen Koscht­schei auf – also Zeit für den Kreml, den Heraus­for­de­rer zu besei­ti­gen.

Alexej wird schon lange von seinen Fein­den gejagt. Sie haben ihm eine ätzen­de grüne Flüs­sig­keit ins Gesicht gespritzt, ihn unter Vorwän­den vor Gericht gezerrt, ihn immer wieder einge­sperrt. Doch unser Märchen­held hat keine Angst, er ist zum Recken gewor­den, hat poli­ti­sches Gewicht erlangt. Da ertön­te das Komman­do: Weg mit ihm!

Der Kreml verhed­der­te sich in wider­sprüch­li­chen Behaup­tun­gen über das, was mit Nawalny im August 2020 passier­te, warum ihm im Flug­zeug schlecht wurde, warum er ins Koma fiel. Eine Kreml-Versi­on lautet, er leide an einer chro­ni­schen Krank­heit; oder er habe das alles nur gespielt. Na, dann ist Nawalny ein genia­ler Schau­spie­ler. Er spiel­te den Vergif­te­ten sogar im Koma, auf dem schma­len Grat zwischen Leben und Tod, viele Tage lang.

Es gibt die Versi­on, er habe sich selbst vergif­tet. Das ist die Märchen­ver­si­on, vergleich­bar mit Gogols Unter­of­fi­ziers­wit­we, die sich selbst auspeitsch­te. Es gibt die Versi­on, Alexeis Mitstrei­ter hätten es getan, um ein sakra­les Opfer zu erschaf­fen. Schlie­ß­lich gibt es die Erzäh­lung, Nawalny sei erst, als er im Westen anlang­te, vergif­tet worden.

Der Zar sagte dazu öffent­lich, mit süffi­san­tem Lachen, wenn man ihn hätte töten wollen, hätte man ihn schon getö­tet. Eine wahre Zaren­ant­wort, im Westen hätte kein Präsi­dent gewagt, sich so etwas auszu­den­ken!

Die vergif­te­te Unter­ho­se als Symbol

In Russ­land wie im Westen ist das Leben ein Lang­stre­cken­lauf, eine Prüfung. Aber im Westen ist es nur ein Lauf, bei uns hinge­gen ein Hinder­nis­ren­nen. Wir verschwen­den viel Lebens­zeit mit der Über­win­dung staat­li­cher Hinder­nis­se, eigent­lich kämp­fen wir mehr mit Hinder­nis­sen, statt zu laufen.

Nawalny­s Ziel ist, die Hinder­nis­se auf dem Weg des russi­schen Läufers zu redu­zie­ren. Die Staats­macht hat hinge­gen nur neue Hinder­nis­se zu bieten. Das ist der Kern des Konflikts.

In Russ­land siegt derje­ni­ge, der Symbo­le für sich zu nutzen versteht. Nach­dem Nawalny in einer Berli­ner Klinik, wohin ihn der Zar mit der Perspek­ti­ve „stän­di­ger Wohn­sitz im Westen“ geschickt hatte, wieder zu sich gekom­men war, erforsch­te er seine Vergif­tung und konnte bewei­sen, dass der Zar im Unrecht ist. Man wollte ihn töten, ja, aber er wurde nicht getö­tet, weil das System morsch ist.

Die Gift­mör­der waren ihm jahre­lang nach­ge­reist, in Erwar­tung des Befehls von oben, und als der Befehl erteilt wurde, appli­zier­ten sie „Nowit­schok“ auf Nawalny­s Unter­ho­se. Aller­dings nicht in der nöti­gen tödli­chen Dosis. Der Schuss ging dane­ben. Nawalny erhielt als Geschenk das Symbol der vergif­te­ten Unter­ho­se und zeigte die märchen­haf­ten Häscher und Gift­mör­der (sorg­fäl­ti­ge Inter­net­re­cher­che!) in seinem Youtube-Video aus Berlin. Am 23. Januar schwenk­ten viele Demons­tran­ten Unter­ho­sen. Unter­ho­sen und Klobürs­te – das Zepter und der Reichs­ap­fel der Zaren­macht.

Auch Putin nutzte während seiner Herr­schaft Märchen­sym­bo­le. Mit entblö­ß­tem Ober­kör­per ritt er ein Zauber­pferd. Er tauch­te in der Tiefe des Meeres nach Schät­zen. Vor einer Wahl angel­te er einen Riesen­hecht – ein Märchen­zei­chen des Sieges. Wie ein echter Zar sakra­li­sier­te er das Motiv des Sieges. Offen­bar will er als sieg­rei­cher Zar in die Ewig­keit einge­hen.

Nawalnys märchen­haf­te Selb­st­op­fe­rung

In diesem Märchen­reich tobt jetzt ein Kampf der Gigan­ten, der russi­schen Recken. Nawalny versetz­te Putin einen Schlag mit dem Video über einen obszön luxu­riö­sen Palast mit Casino und Klobürs­te, einem Bett mit Balda­chin, mit unter­ir­di­schem Eisho­ckey-Stadi­on inmit­ten von Wein­ber­gen.

Nawalny, der Zare­witsch Iwan, hat alles berech­net. Er kehrte dort­hin zurück, wo er vergif­tet wurde, in die Heimat, wo ihn – welch Para­dox! – sofort diese Gift­mör­der fest­nah­men – als Betrü­ger, wegen angeb­li­cher frühe­rer Wirt­schafts­ver­ge­hen. Das Flug­zeug lande­te nicht auf dem Flug­ha­fen, wo ihn seine Anhän­ger erwar­te­ten, sondern auf einem ande­ren, wo ihn die Poli­zei erwar­te­te. Stopp, Foto! Die märchen­haft rühren­de Abschieds­sze­ne mit Julia Nawal­na­ja und ihrem Mann ist äußerst eindrucks­voll. Und als Nawalny im Gefäng­nis sitzt, erscheint das Youtube-Video über den Palast.

Ein Voll­tref­fer. Eine märchen­haf­te Selb­st­op­fe­rung. In Gefan­gen­schaft des Zaren diese direk­te, gnaden­lo­se Heraus­for­de­rung des Zaren. Was kann der Zar tun? Ihn für lange Jahre einsper­ren? Noch ein Mord­an­schlag? Das eine wie das andere würde, nach den Protes­ten im ganzen Land zu urtei­len, den Zaren endgül­tig in Koscht­schei verwan­deln.

Nawalny, der nächste Solschennizyn?

Es bleibt nur, ihm die Staats­bür­ger­schaft abzu­er­ken­nen und ihn in den Westen abzu­schie­ben. Wie Solsche­ni­zyn. Aber Solsche­ni­zyn war ein „poli­ti­scher Verbre­cher“. Nawalny muss man erst einen poli­ti­schen Para­gra­phen anhän­gen, für Wirt­schafts­ver­ge­hen wird man nicht ausge­bür­gert. Also werden sie das tun und ihn ausbür­gern.

Es wird großes Geschrei geben. Der Westen wird keine große Hilfe sein. Aller­dings, so hoffe ich, werden viele „Putinverste­her“, insbe­son­de­re in Deutsch­land, anfan­gen, Nawalny zu verste­hen. Doch wir haben es mit einem Märchen zu tun! Die Rollen blei­ben gleich, die Darstel­ler wech­seln. Den Zare­witsch Iwan, den Befrei­er Russ­lands, wird ein neuer Nawalny spie­len.

Am 23.​ Januar demons­trier­ten viele junge Leute, eine neue Gene­ra­ti­on, Normal­bür­ger unse­res Landes, deren Lebens­stil dem Westen näher­steht als dem Kreml-Herr­scher. In Moskau gab es Konfron­ta­tio­nen mit der Poli­zei. Die Poli­zei knüp­pel­te. An eini­gen Stel­len schlu­gen die Demons­tran­ten plötz­lich zurück. Das gab es früher nicht. Das ist ein Zeichen aus der Zukunft.

Ich schlie­ße nicht aus, dass der Zar, der sich in den unsterb­li­chen Koscht­schei verwan­delt, vom Herost­ra­tos-Komplex und dem Wunsch befal­len wird, die Welt zu zerstö­ren, die sich ihm nicht unter­wer­fen will. Dabei geht es nicht um inter­ne Ausein­an­der­set­zun­gen, sondern um die totale Konfron­ta­ti­on. Atom­waf­fen gibt es dafür mehr als genug.

Die Waag­scha­le der Fortu­na neigt sich zuguns­ten des leben­di­gen, im Gefäng­nis sitzen­den Alexei. Für die Märchen­welt ist auch wich­tig, dass er den Tod nicht fürch­tet. Wich­tig und notwen­dig ist außer­dem die wunder­schö­ne Wassi­lis­sa, seine Frau Julia, die bei den Demons­tra­tio­nen am 23. Januar fest­ge­nom­men wurde. Koscht­schei, der vorerst die Rolle des Zaren spielt, ist viel­leicht nur für eine gewis­se Zeit unsterb­lich. Russ­land wird seine Wahl tref­fen.

Aus dem Russi­schen von Beate Rausch.

Dieser Beitrag ist ursprünglich erschienen in: FAZ, Feuilleton, 27. Januar 2021 / Alle Rechte vorbehalten. Copyright Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.