Russland-ABC

Was bedeutet eigentlich… ?

Sakrales Opfer

Nach Alexei Nawalnys Verhaftung in Moskau sprachen russische Oppositionelle wieder einmal von einem "sakralen Opfer". Dieses Narrativ ist in der russischen Mediengeschichte nicht neu. Im Jahr 2004 berichtete der Oligarch Boris Beresowski dem Putin-treuen TV-Journalisten Wladimir Solowjow von seiner Vorstellung eines "sakralen Opfers". Die Legende geht so: Der russische Präsident Wladimir Putin wird von einem "sakralen Kandidaten" entlarvt, der daraufhin verschwindet. Eine globale PR-Kampagne mit dem Motto "Putin schaltet seine Rivalen aus" beginnt. Bald darauf wird der Kandidat ermordet aufgefunden. Dessen Opfergang würde dabei helfen, eine große Empörung in der Öffentlichkeit auszulösen und damit die weit verstreuten russischen Oppositionellen zusammenzuführen. Diese Erzählung wurde danach mehrfach benutzt – unter anderem nach dem Mord an der Journalistin Аnna Рolitkowskaja und dem oppositionellen Politiker Boris Nemzow. 2012 sagte Putin dazu: "Ich kenne diese Methode." Seit zehn Jahren werde sie von Leuten im Ausland angewendet. "Sie suchen sogar nach dem sogenannten sakralen Opfer unter irgendwelchen bekannten Personen. Sie werden sie selber, entschuldigen sie, umbringen und danach die Mächtigen beschuldigen." TF
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