Russland-ABC

Was bedeutet eigentlich… ?

Datscha

Jens Siegert erklärt es so: Die Stadt, das ist die Welt der Pflicht, die Datscha „trägt den Geruch von Sommer, von Weite, der sozialer Vermischung und, ja, auch von Freiheit“. Deutsche Schrebergärten seien nur eine „Schrumpfvariante“ der Datscha. Im 19. Jahrhundert bekamen Würdenträger die Datscha für besondere Verdienste geschenkt, wenige Menschen also. In der Sowjetzeit dienten Datschas viel mehr Menschen zur Flucht aus der kleinen Plattewohnung oder der Kommunalka, der mit anderen Familien geteilte Wohnung, sowie der Versorgung. In der Datscha traf sich die Familie, drei, vier Generationen, vor allem im Sommer. Nicht Blumen wurden damals gezüchtet, sondern Kartoffeln, Gemüse und Beeren angepflanzt, die (wenn eingemacht) über den Winter halfen. Das war auch in der Krise der 90er-Jahre so. Inzwischen besitzen 60 Prozent aller Russen ein solches Haus mit Grundstück auf dem Land. Und aus vielen Datschen ist eine durchaus komfortable Zweitwohnung geworden.  PHK
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