Rüdiger von Fritsch: Russlands Weg

Haltung bewahren, im Dialog bleiben

Ein sehr lesbares Buch: Rüdiger von Fritsch über seine Jahre als Botschafter in Moskau

Rüdiger von Fritsch 2015 vor seinem Dienstsitz
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Intro Jingle Version 8 12 2020

Als Rüdiger von Fritsch sein Amt als deutscher Botschafter in Moskau antrat, hatte Russland gerade die Krim annektiert. Das war 2014. Seither rutschte das deutsch-russische Miteinander in ein Gegeneinander, wurden aus Rissen Gräben, aus Gräben ein Abgrund. Die Gründe sind bekannt: von Ostukraine bis Nawalny. Von Fritsch ist „empört über das, was russische Politik mitten im Frieden anrichtet“. Rationalität des Handelns im Kreml sei nicht die unsere.

Verstehen heißt nicht billigen

Der Autor hat die Sanktionen gegen Russland verteidigt. Aber er setzt weiter auf Dialog. "Verstehen heißt nicht billigen", schreibt er, "aber den anderen zu verstehen und seine Motive zu begreifen – das ist die Voraussetzung erfolgreichen Handelns.“ Der Dialog müsse „ganz unbedingt aufrechterhalten“ werden. Sein Motto: "Haltung bewahren und im Dialog bleiben." Sein sehr lesbares und erhellendes Buch lässt keinen Konflikt aus und erlaubt einen Blick hinter die Kulissen.

Hören Sie, wer Rüdiger von Fritsch vor seinem Abschied 2019 ermuntert hat, ein Buch über seine Jahre in Moskau zu schreiben. PHK

Rüdiger von Fritsch

Russlands Weg

Als Botschafter in Moskau

Vorwort von Viktor Jerofejew

Aufbau Verlag
349 Seiten
Hardcover
22 Euro
ISBN 978-3-351-03814-4
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