„Mama, der Krieg hat angefangen“

Olga Artemenko, 45 Jahre, Hausfrau, Kiew. Sie kam mit drei Kindern nach Berlin

Olga Artemenko kam aus dem Krieg nach Berlin
Olga Artemenko: "Ich war in Panik, ich dachte, ich muss meine Kinder nehmen und weglaufen, mich irgendwo mit ihnen verstecken."

Bevor ich nach Berlin umgezogen bin, lebte ich in Kiew. Ich war im Mutterschaftsurlaub. Am 4. Februar wurde mein drittes Kind geboren. Von Beruf bin ich Schneiderin, ich habe eine Nähfachschule besucht. Ich wollte mir zuhause ein kleines Atelier einrichten und versuchen, in diesem Bereich zu arbeiten. Ich wollte kreativ arbeiten, und nicht von meinem Mann abhängen, von Verwandten oder von der Sozialhilfe. Ich wollte etwas Eigenes machen. Deshalb fing ich an, Kinderkleidung zu nähen. Das klappte sehr gut, ich dachte, dass ich im Frühling mein Geschäft erweitern könnte. Ich hatte grandiose Pläne.

Früher habe ich nicht sehr oft politische Nachrichten angeschaut, mein Mann schon, und manchmal haben wir darüber diskutiert. Dass Putin einen Überfall plant, darüber wurde viel berichtet, aber das schien alles unwahrscheinlich. Das konnte man nicht glauben. Warum sollte er uns überfallen, uns bombardieren, was hat das für einen Sinn? Die Leute glaubten das nicht.

Aber mir war klar, dass man sich darauf vorbereiten musste, dass es möglich war, denn er (Putin) hatte grandiose Pläne. Das sah man daran, dass er die Krim ja schon besetzt hatte, und die Regionen Donezk und Luhansk. Und als es hieß, man solle sich einen Notfallkoffer packen, haben meine Tochter und ich das auch gemacht. Gepackt haben wir ihn schon im Dezember, und dann im Januar haben wir ihn noch einmal durchgesehen.

In der Schule begannen sie im Januar, mit den Kindern darüber zu sprechen. Ich habe mein Kind auch vorbereitet. Ich sagte, ja, es kann passieren, aber hab keine Angst, ich bin bei dir, ich verlasse dich nicht, alles wird gut. Meine ältere Tochter ist elf Jahre alt, mein Sohn zwei und der Kleine sechs Monate.

In unserem Notfallkoffer waren Lebensmittel für zwei, drei Tage, die man ohne Herd zubereiten kann, Trockennahrung, Kekse, Nüsse, Brei und Instant-Nudeln.

Der 24. Februar: Sie werfen Bomben

In der Nacht, als die Bombardierungen begannen, habe ich kaum geschlafen, weil mein Kind Hunger hatte und ständig aufwachte. Gegen fünf Uhr früh hörte ich Detonationen, und ich sagte es meinem Mann, aber er meint: Das bildest du dir ein, das kann nicht sein, schlaf.

Aber ich lag da und dachte, das war’s. Sie werfen Bomben. Ich lag da und zählte: einmal, zweimal... Als ich sechs Detonationen gezählt hatte, kam meine Tochter zu mir und sagte: „Mama, der Krieg hat angefangen.“ Ich fragte: „Wie kommst du denn darauf?“ Sie sagte: „Alle meine Freundinnen schreiben mir das.“

KARENINA-Serie
Flucht und Exil
Seit Februar 2022 sind hunderttausende Menschen aus der Ukraine und zahlreiche russische Oppositionelle nach Deutschland geflüchtet. Viele von ihnen möchten darüber berichten, bevor die Erinnerung verblasst. Unsere Dokumentation von „Interviews gegen das Vergessen“ entsteht in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Als ich bis acht gezählt hatte, weckte ich meinen Mann und schaltete den Fernseher an, um zu hören, was die offiziellen Quellen berichteten. Da hörten wir dann, dass Putin einen Überfall begonnen hatte.

Ich rannte los, um einzukaufen, denn mir war klar, dass wir nicht genug Lebensmittel hatten. Es fehlte Wasser und Dosenfleisch. Ich machte mir große Sorgen, dass mir die Milch ausgehen könnte. Ich war in Panik, ich dachte, ich muss meine Kinder nehmen und weglaufen, mich irgendwo mit ihnen verstecken. Im Nachbarhaus gab es einen Luftschutzraum, im Keller.

Ich laufe durch die Straße und sehe, dass die anderen Leute auch in Panik sind. Alle rennen irgendwo hin, versammeln sich an irgendwelchen Häusern, manche steigen in Autos, andere laufen mit Taschen in die Geschäfte. Aber in den Läden gab es praktisch nichts mehr, nur lange Warteschlangen.

Ich stand eine Stunde lang an, kaufte nur Kindernahrung und Kinderbrei, den man einfach mit Wasser anmachen kann. Medikamente, warme Kleidung, Telefone, Ladegeräte und Pampers für die Kinder hatte ich schon zusammengepackt.

Am Eingang zum Luftschutzkeller standen schon viele ältere Leute, als wir dort ankamen, und ich dachte, da kommen wir nicht rein, da ist kein Platz mehr. In die Schule nebenan ließ man uns auch nicht hinein, dort gab es nur eine begrenzte Zahl von Plätzen. Mich packte die Panik. Ich dachte, das war’s, ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll.

Mein Mann versuchte mich zu beruhigen, er sagte, wir könnten uns hinter die zweite Wand im Korridor legen, es sei alles in Ordnung, wir brauchten nicht zu fliehen, sie würden doch keine Wohnhäuser bombardieren. Er sagte, sie bombardieren nur militärische Objekte, die irgendwie relevant sind für die Kampfhandlungen, zum Beispiel Flugplätze, Erdöllager, Brücken. Ich aber dachte, es kann alles passieren.

Man weiß nicht, was in Putins Kopf vor sich geht. Die Dinge können sich so entwickeln, dass alles möglich ist, sogar der Einsatz von Atomwaffen. Mir war klar, dass das alles viel zu ernst ist, und dass man nicht erwarten darf, dass es schnell vorbei ist.

Zur Datscha vor Kiew: ‚Da lagen tote Menschen herum‘

Den ganzen Tag lang saß ich wie auf Kohlen, mein Mann ließ mich nicht weg. Obwohl mein Neffe mir geschrieben hatte, wenn es eine Metrostation in der Nähe gebe, sollte ich mit den Kindern lieber dorthin gehen. Aber die nächste Metrostation war eine halbe Fahrstunde mit dem Auto entfernt, und ich wusste, mit einem Säugling, der gerade einmal 20 Tage alt ist, und einem zweiten Kleinkind, das permanent weint, ist das nicht zu machen.

Ich wusste, allein schaffe ich das nicht. Mir war klar, dass ich einen ruhigeren und sichereren Ort suchen muss. Da beschlossen wir, zu meinem Vater zu fahren. Er wohnte vor der Stadt, in der Kiewer Region, 30 Kilometer außerhalb von Kiew. Am anderen Morgen wollten wir losfahren.

Aber mein Vater war kurz vorher mit Corona im Krankenhaus gewesen. Er war in einer sehr schlechten Verfassung, musste lange ärztlich behandelt werden, er war sehr schwach, konnte kaum laufen. Und auf der Datscha musste man Holz hacken, das Haus heizen, und meine Tante in Kiew, bei der er deswegen wohnte, wollte ihn nicht hinlassen.

Sie ist sehr herrschsüchtig, sie kommandiert gern und mischt sich manchmal in das Leben anderer mit sehr brüsken Ratschlägen und Empfehlungen ein, um die man sie nicht gebeten hat. Als meine Mutter starb, drang meine Tante mit ihrer Lebensauffassung sehr nachdrücklich in unsere Familie ein und begann meinen Vater sehr stark zu beeinflussen. Sie sagte ihm, was er tun sollte, mit wem er Kontakt haben sollte. Sie hielt ihn von den Menschen fern. Und dann wurde mir klar, dass sie ihn von mir fernhielt.

Wir nahmen ein paar Sachen mit für die erste Zeit, was ins Auto passte, nahmen die Katze und fuhren trotzdem zur Datscha. Die Fahrt war sehr beängstigend, dauernd heulten Sirenen, und man wusste nicht, was man machen sollte. Die Menschen rannten in Panik herum, die Straßen waren voller Autos, die Autos voller Menschen und Kinder und Haustiere. Alle verließen Kiew. Meine Tochter begann zu weinen, sie wurde völlig hysterisch. Und ich wusste nicht, wie ich sie beruhigen sollte, was ich ihr sagen sollte.

Dann durften wir unterwegs nicht auf ein bestimmtes Grundstück, wir mussten es umfahren, weil man dort das Auto russischer Saboteure beschossen hatte, Polizeiwagen standen dort, Leichen lagen herum. Das haben wir alles gesehen.

Das war meine erste Begegnung mit dem Tod – man denkt, es ist alles in Ordnung, und dann geht man auf die Straße und dort liegen seltsamerweise tote Menschen herum. Und du flüchtest irgendwohin.

In der Nähe der Datscha liegt die Stadt Wassylkiw, die auch gleich in den ersten Tagen bombardiert wurde. Dort gab es ein Erdöllager, das wurde gesprengt, es brannte, wir haben das alles gesehen. Sie konnten es nicht löschen. Flugzeuge flogen. Mein Mann und mein Vater hörten ständig Nachrichten und stritten miteinander, sie waren unterschiedlicher Meinung. Mein Mann sagte, wir müssten uns im Keller verstecken, mein Vater sagte nein, wir seien alle verrückt und niemandem würde etwas getan. Ich wusste nicht, auf wen ich hören sollte.

Was tun? Wir konnten uns nicht einigen

Mein Mann hoffte darauf, dass Europa und Amerika uns jetzt schnell viele Waffen geben, und innerhalb einer Woche haben wir sie zurückgeschlagen, und wir brauchten nicht noch weiter fort. Mein Vater lehnte sowieso alles ab. Sogar mit dem Coronavirus war es so gewesen. Er wollte sich erst nicht impfen lassen, dann machte er die Impfung dafür verantwortlich, dass er krank geworden war. Er wollte nicht ins Krankenhaus und ging erst, als er fast schon tot war. Wir haben ihn einfach mit Gewalt hingebracht. Genauso war es mit dem Krieg.

Man hatte sogar Angst, auf die Straße zu gehen. In den ersten Tagen haben sie berichtet, in Kiew seien sehr viele Sabotagegruppen ausgesetzt worden, die herumgingen und irgendwelche Markierungen an den Häusern anbrächten. Das sollten Zielmarkierungen sein, für die Bomben. Wir wurden aufgerufen, sie zu überstreichen oder sie mit Erde zuzudecken. Das waren Kreuze mit einer Spezialfarbe, die man im Dunkeln von oben sehen konnte.

Ich beschloss, wegzufahren. Aber wohin?

Irgendwann schrieb mir mein Neffe, seine Familie fahre nach Polen, und er schlug vor, ich sollte mit den Kindern auch dorthin fahren, in einem Evakuierungszug. Er sagte, die Lage sei sehr ernst, man bereite einen Angriff auf Kiew vor, und sie würden aus der Richtung von Obuchiw kommen, und das ist nicht weit weg von der Datscha. Wir könnten zwischen die Fronten geraten.

Ich beschloss wegzufahren. Mein Mann sagte: „Na gut, ich bringe dich zum Bahnhof.“ Mein Vater wollte auch weg. Aber ich hatte keine Ahnung, wohin ich fahren sollte. Mein Vater und mein Mann stritten sich bis zuletzt, es war nicht mehr zum Aushalten.

Als wir zum Bahnhof kamen, wurde mir klar, dass ich absolut nicht wusste, wohin ich fahren sollte. Da waren überall Menschen, viele Menschen. Es gab kein Licht, weil gerade Luftalarm eingesetzt hatte. Es kamen Züge an, aber man wusste nicht, woher sie kamen und wohin sie fuhren. Völliges Chaos.

Wir standen dort volle fünf Stunden und konnten den Zug nicht finden, der nach Polen fuhr. Und das war gar kein Zug, nur ein paar Waggons. Aber wie sollte man die finden, es gab 14 Gleise, und wir hatten die völlig übermüdeten Kinder dabei, die Koffer, die Kindertrage, und es war schon spät am Abend.

Auf dem Weg zum Bahnhof hatte ich schon gesehen, dass überall in Kiew Panzersperren aufgestellt waren, alles war abgesperrt, überall Posten, und an jedem kontrollierten Männer mit Maschinenpistolen. Das war schrecklich.

Klirrende Kälte an der polnischen Grenze

Mein Neffe hatte mir geschrieben, wir sollten einfach nach Westen fahren, egal wohin, mit irgendeinem Zug, sie würden uns dann dort abholen. Mein Vater fuhr mit uns. Wir nahmen einen Zug nach Iwano-Frankiwsk. Dort empfingen uns unsere Verwandten. Aber es war unmöglich, weiter bis zur polnischen Grenze zu fahren, es gab zu viele Menschen.

Da beschlossen wir, zu Fuß zu gehen durch die Kälte, mit den Kindern und alten Leuten. Wir wechselten uns beim Tragen unserer Sachen ab. Wir gingen vielleicht einen Kilometer. Es war sehr kalt, klirrender Frost. Und mir wurde klar, dass ich das nicht durchstehe. Da waren so viele Frauen mit Kindern.

Und plötzlich kam an das Ende der Schlange, wo wir standen, ein Kleinbus angefahren, ein Mann stieg aus und sagte: „Wer Kinder hat, die jünger als ein Jahr sind, bitte, steigen Sie ein.“ Und ich hatte das Baby, das noch nicht einmal einen Monat alt war. Seinetwegen konnten wir einsteigen und die restliche Strecke bis zum polnischen Kontrollpunkt fahren.

Dort war eine endlos lange Schlange, eine riesige Menge von Frauen. Und es war schon Nacht. Alle waren völlig fertig. Und da kommt ein polnischer Grenzer zu mir, nimmt mir die Trage mit dem Baby ab und geht los zum Kontrollpunkt. Ich eile ihm nach.

Er bringt uns durch die Menschenmenge hindurch bis ganz nach vorn. Und die Leute, die dort standen, fingen an zu schreien und uns mit Sachen zu bewerfen, wir seien gewissenlos, sagten sie. Aber ich wusste, dass ich weitergehen musste.

Dann standen wir noch eine Stunde auf der Straße vor diesem Grenzübergang. Bei klirrendem Frost stillte ich das Baby. Ich stand einfach da und drückte es die ganze Zeit an meine Brust. Später dann, als die Polen uns reingelassen hatten, bekamen wir zu Essen. Das war der erste Ort in der ganzen Zeit, an dem wir einfach essen konnten.

Der Fahrer, der uns zur Grenze brachte, hatte gesagt: „Versuchen Sie mit aller Kraft nach Deutschland zu kommen, dort gibt es mehr Unterstützung, dort wird man Ihnen helfen.“ In Polen waren zu dem Zeitpunkt schon zu viele Menschen, alle sind ja erst einmal dorthin.

Und dann fuhren wir von Przemyśl, einer Grenzstadt, nach Krakau, dann weiter nach Warschau, und dann mit wechselnden Zügen, in denen die Leute einfach auf den Plattformen standen, weil es keinen Platz gab, weiter bis Berlin. Unterwegs gab es eine Situation, die mich sehr erschreckte. Mein Vater war mit dem Zweijährigen draußen, ich mit dem Kleinen drinnen. Und in dem Moment setzt der Zug sich in Bewegung. Ich werde panisch, weil ich denke, das war’s, sie bleiben jetzt allein da zurück. Und ich fange an zu schreien: „Mein Kind ist noch da!“ Der Zug hielt an.

Pläne: Ich möchte in Berlin bleiben

In Berlin wurden wir am Bahnhof von einem Mann abgeholt, der zugesagt hatte, uns aufzunehmen. Wir waren zu siebt, und wir kamen alle bei ihm unter. Mein Vater hielt es nicht aus, nach einer Woche fuhr er weg. Ihm war das alles zu ungewohnt, er brauchte irgendeine Beschäftigung. Und da waren viele Menschen auf kleinem Raum, und jeder hatte seine eigenen Gewohnheiten, seine eigenen Bedürfnisse, der eine geht spät schlafen, der andere steht nachts auf, die Kinder schreien die ganze Zeit. Er fuhr wütend weg. Jetzt haben wir schon seit fünf Monaten nicht mehr miteinander gesprochen.

Ich denke, sie würden meinen Mann gehen lassen, wenn wir uns bescheinigen ließen, dass er kleine Kinder versorgen muss. Ich bat ihn, die Bescheinigungen zu besorgen, aber er wollte nicht.

Zu Hause haben wir russisch gesprochen, aber ukrainisch kann ich auch. Ich kann mich auf ukrainisch verständigen. Ich habe keine fanatische Einstellung zur Sprache, so wie manche sagen: „Wenn du nicht nur ukrainisch sprichst, bist du unser Feind.“

Mit den Russen ist es wie mit den Ukrainern und den Belarussen – es gibt gute und schlechte. Das hat nichts mit der Sprache oder der Nationalität zu tun.

Viele Jahre vor dem Krieg habe ich Menschen mit solchen Grundsätzen getroffen, solche, die man Nationalisten nennt. Aber die gibt es überall. Ich habe in der Ukraine nie Probleme gehabt, weil ich russisch gesprochen habe. Ich rede in Kiew ganz ungestört russisch, mich hat nie jemand deswegen benachteiligt oder runtergemacht.

Wenn ich jetzt jemandem begegne, für den die ukrainische Sprache eine sehr große Bedeutung besitzt, werde ich mich auf keinen Konflikt mit ihm einlassen und ihm erklären, was meine Position ist. Ich werde dem (Konflikt, Red.) in jeder erdenklichen Weise aus dem Weg gehen.

Mir ist klar, dass das, was jetzt zwischen der Ukraine und Russland geschieht, überall passieren kann. Kriege gibt es auf der ganzen Welt, benachbarte Länder haben sich auch früher bekriegt. Und es gibt sehr oft Konflikte aus Gründen der Nationalität.

Solange der Krieg nicht vorbei ist, werde ich bestimmt nicht in die Ukraine zurückkehren. Und danach weiß ich noch nicht, ob ich zurückgehe. Ich weiß noch nicht, wo ich dort wohnen könnte. Deshalb möchte ich hier in Berlin bleiben. Hier leben und arbeiten. Ich möchte meine „Nähpläne“ weiterentwickeln.

Mit Olga Artemenko sprach Tatiana Firsova am 18.8.2022. Die Transkription übernahm Anastasiia Kovalenko, aus dem Russischen übersetzt haben Olga Kouvchinnikova und Ingolf Hoppmann.

Wie die Interviews entstehen

In dieser KARENINA-Serie kommen Zeitzeugen aus der Ukraine und Russland zu Wort. Wir möchten nicht nur erfahren, was die einen bei der Flucht vor dem Krieg, die anderen bei der Flucht vor Unterdrückung sowie sie alle im Exil erlebt haben, sondern auch verstehen, wie sie denken. Deswegen fragen wir sie nicht nur über das Erlebte, sondern auch über ihre persönlichen Gedanken zum Geschehen in Osteuropa.

Unsere Gesprächspartner eint unabhängig von Alter, Ausbildungsniveau, Muttersprache und Beruf der Wunsch, ihre Geschichten mit uns zu teilen.

Die Interviews dauern unterschiedlich lang: von etwa 20 Minuten bis zu mehr als zwei Stunden. Viele erzählen gerne und sprechen sehr offen, andere sind zurückhaltender. Wir halten unsere Fragen offen, lassen erzählen, nicht antworten. Das führt manchmal zu sehr langen Texten. Aber werden dabei offener, reicher.

Wir kürzen die Ergebnisse wo nötig, um den Text lesbarer zu machen. Aber die Wortwahl bleibt die der Sprechenden. So bleiben die Erzählungen authentisch. Es sind allesamt individuelle Zeugnisse von „Flucht und Exil“ mitten in Europa.

Lesen Sie weitere „Interviews gegen das Vergessen“ aus der KARENINA-Serie „Flucht und Exil“.

 

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