Hugh Grant stand 2011 kurz davor, nach Charlie Sheens Rauswurf in „Two and a Half Men“ einzusteigen. Jetzt schildert Serienschöpfer Chuck Lorre, wie der Deal im letzten Moment scheiterte.
Hugh Grant war ein ernster Kandidat, als die Produzenten nach Charlie Sheens Abgang 2011 einen neuen Hauptdarsteller für „Two and a Half Men“ suchten. Serienmacher Chuck Lorre berichtet nun, dass man sich zwischenzeitlich sehr nahe an einer Einigung befand – doch kurz bevor alles unterschrieben werden sollte, zog sich Grant überraschend zurück.
„Als es ans Unterschreiben und Loslegen ging, ist er abgesprungen. Er ist einfach abgesprungen“, sagte der Produzent gegenüber „E! News“. Seitdem habe es keinen direkten Kontakt mehr zwischen den beiden gegeben; lediglich ein Vertreter des Schauspielers habe telefonisch mitgeteilt, dass Grant die Rolle letztlich nicht übernehmen wolle.
Das Angebot war nicht klein: Wie Lorre in seiner Autobiografie „Sitcom“ schildert, boten CBS und Warner Bros. Grant eine Gage von 750.000 US-Dollar pro Folge sowie eine Arbeitswoche mit nur vier Drehtagen an.
Lorre schrieb eigens Probeszenen für Grant
Die Gespräche blieben offenbar nicht oberflächlich. Lorre und sein damaliger Co-Autor Lee Aronsohn trafen sich mehrfach mit Grant und erarbeiteten sogar spezielle Szenen, um ihm ein klareres Bild der möglichen Figur zu geben. Die neue Figur sollte bewusst an Grants frühere Filmrollen angelegt werden.

In einem Auszug aus seinem Buch, der von „Vanity Fair“ veröffentlicht wurde, beschreibt Lorre außerdem Grants Vorbehalte: Der Schauspieler habe Bedenken gehabt, vor Publikum im Studio aufzutreten. Um dem entgegenzukommen, bot Lorre an, auf ein Live-Studiopublikum zu verzichten und stattdessen aufgezeichnetes Gelächter zu verwenden.
Nach Lorre habe Grant sich schließlich bereit gezeigt. Der Produzent berichtet, dass der Schauspieler sogar schon den Stift in der Hand gehabt habe, um zu unterschreiben – dann aber den Raum verließ und fortan nicht mehr erreichbar gewesen sei.
Grant nannte 2016 seine eigene Begründung
Die Geschichte, dass die Verhandlungen gescheitert sind, ist nicht neu: Bereits 2011 berichteten US-Medien über das Fehlschlagen der Gespräche, wobei damals unter anderem von kreativen Differenzen die Rede war.

Im August 2016 erläuterte Hugh Grant in der „Howard Stern Show“ selbst, warum er abgesagt habe. Seiner Darstellung zufolge verlangten die Produzenten von ihm eine Zusage, obwohl weder eine ausformulierte Figur noch ein komplettes Drehbuch vorgelegen hätten. „Sie haben mit mir gesprochen, aber das Problem war, dass sie weder ein Drehbuch noch eine neue Figur hatten“, erklärte er.
Man habe ihn lediglich gebeten, Vertrauen zu zeigen – für Grant sei das jedoch zu riskant gewesen. Obwohl er die Serie sehr mochte, wollte er sich nicht langfristig verpflichten, ohne eine konkrete Vorstellung von seiner Rolle zu haben.
Auch 2019 bestätigte er diese Linie: In einem Gespräch mit der „Television Academy“ betonte Grant, dass er außerdem nicht vorhatte, nach Los Angeles zu ziehen, um dauerhaft an einer Sitcom zu arbeiten. Grundsätzlich hätte er die Arbeit im Sitcom-Format aber für machbar gehalten.
Damit fallen Grants Angaben teilweise anders aus als Lorres: Während Lorre von bereits ausgearbeiteten Probeszenen berichtet, betont Grant, dass es an einer soliden Grundlage für eine verbindliche Zusage gefehlt habe.
Ashton Kutcher wurde schließlich Cast
Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Grant herrschte bei Lorre zunächst Unsicherheit über die Zukunft der Serie. Wie „E! News“ berichtet, sagte er in Gesprächen mit dem damaligen CBS-Chef Les Moonves, er glaube, das Ende von „Two and a Half Men“ stehe bevor.
Moonves schlug daraufhin Ashton Kutcher als Kandidaten vor. Lorre war anfangs skeptisch, weil er Kutcher für zu jung hielt, um an der Seite von Jon Cryer eine zentrale Rolle zu übernehmen. Ein persönliches Treffen veränderte jedoch seine Einschätzung.
Ab der neunten Staffel trat Kutcher in die Serie ein und spielte den Internetmilliardär Walden Schmidt. Die Produktion lief dann noch vier Staffeln weiter und endete 2015 nach insgesamt zwölf Staffeln.
Im Rückblick spricht Lorre positiv über die Zusammenarbeit mit Kutcher: „Wir arbeiteten vier Jahre mit Ashton zusammen und hatten großen Spaß“, sagte er gegenüber „E! News“. In dieser Zeit habe es keine vergleichbaren Krisen am Set gegeben.
In seiner Autobiografie setzt sich Lorre ausführlich mit dem Zerwürfnis mit Charlie Sheen auseinander, das 2011 in dessen Rauswurf mündete. Mittlerweile haben sich die beiden wieder angenähert: Für die Serie „Bookie“, die 2023 startete, arbeiteten sie erstmals seit ihrem Streit wieder gemeinsam.
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