Rupert Grint schlüpft auf dem Broadway erneut in seine bekannte Kindheitsrolle – seine Rückkehr sorgt in Teilen der queeren Community für Vorwürfe wegen vermeintlicher Doppelmoral.
Rupert Grint kehrt als Ron Weasley zurück: Für die Broadway-Produktion von „Harry Potter and the Cursed Child“ wird der Schauspieler die erwachsene Version seiner einstigen Rolle übernehmen. Gleichzeitig trifft die Entscheidung auf Kritik aus der Fangemeinde.
Ein Kreis schließt sich
Wie das Branchenblatt The Hollywood Reporter berichtet, wird Rupert Grint im Februar 2027 für eine Laufzeit von 17 Wochen als Ron Weasley auf der Bühne stehen. Bekannt wurde Grint durch die Darstellung des rothaarigen Zauberers in den acht „Harry Potter“-Filmen; in dem Theaterstück übernimmt er nun die Figur als erwachsener Mann, der einen Scherzartikel-Laden betreibt und seine Kinder nach Hogwarts schickt.

In einer offiziellen Stellungnahme, die das People-Magazin zitiert, beschreibt Grint seine Rückkehr als etwas sehr Persönliches: Ron sei ein Teil seines Lebens seit seinem elften Lebensjahr, und er freue sich darauf, die Figur in dieser Lebensphase erneut zu treffen. Für ihn habe das Comeback etwas Vollendendes – „ein Kreis, der sich schließt“ – besonders jetzt, da er selbst Vater sei. Die Mischung aus Vertrautem und Neuem sowie die Aussicht, wieder am Broadway zu stehen in einer Rolle, die sein Leben stark geprägt hat, mache ihn sehr glücklich.
Anwürfe wegen Doppelmoral
Doch nicht alle Fans feiern die Rückkehr. Innerhalb der ehemaligen „Harry Potter“-Community existieren seit einiger Zeit tiefe Risse, ausgelöst durch die transfeindlichen Äußerungen von J.K. Rowling. Ein Teil der früheren Fanbasis, insbesondere viele queere Menschen, hat sich entschieden, die Autorin nicht weiter zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund wird Grint vorgeworfen, durch seine Beteiligung am Stück indirekt zur Einnahmequelle der Franchise beizutragen.
Unter dem Instagram-Beitrag, mit dem Grint seine Broadway-Pläne publik machte, äußerten viele Enttäuschte ihren Unmut und sagten etwa, dass sie sich von seiner Entscheidung verraten fühlten, weil sie ihn zuvor als Verbündeten wahrgenommen hätten. Einige Kommentator:innen kritisierten die Wahrnehmung einer Doppelstrategie: öffentlich für Trans-Rechte einzutreten, aber gleichzeitig Projekte zu unterstützen, die mit Rowling verbunden sind.
Das queere Magazin them griff diese Kritik auf und warf Grint vor, inkonsequent zu handeln. Tatsächlich hatte sich der Schauspieler in der Vergangenheit klar für die Rechte transgeschlechtlicher Menschen ausgesprochen und sich gemeinsam mit Kolleg:innen wie Daniel Radcliffe und Emma Watson von den Aussagen der Autorin distanziert. In einem Statement gegenüber der Times bekräftigte Grint seine Unterstützung für die Trans-Community und sagte, Trans-Frauen seien Frauen und Trans-Männer Männer; jeder solle ohne Verurteilung in Liebe leben dürfen – Positionen, die viele Beobachter:innen in Widerspruch zu seiner jetzigen Rollenwahl sehen.
Auch Tom Felton, der in den Filmen Draco Malfoy spielte, ist für das Theaterprojekt in das „Harry Potter“-Universum zurückgekehrt. Als er auf die Debatte um J.K. Rowling angesprochen wurde, erklärte Felton gegenüber Variety, dass diese Kontroverse seine persönliche Verbindung zu „Harry Potter“ nicht grundlegend verändere. Er betonte, wie sehr ihm die Möglichkeit, durch die Reihe die Welt bereist zu haben, bedeutet habe und wie sehr die Reihe Menschen zusammengebracht habe; dafür sei er der Schöpferin dankbar.
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