Schwitzende Massen: So eng und heiß war es wirklich!

August 21, 2025

„Alle haben geschwitzt und sich aneinander gerieben“

Er gilt als eine Legende im Bereich der Tanzmusik – Nile Rodgers, der mit seiner charakteristischen funky Gitarrenspielweise und als Komponist von Hits wie „We Are Family“ von Sister Sledge und „Let’s Dance“ von David Bowie die Tanzflächen der Welt erobert hat.

Bei einem kürzlichen Auftritt in München, im Rahmen der DLD und ihrer neuen Musikschule, begeisterte der 72-jährige New Yorker das Publikum als Redner. Beim Interview fing er unvermittelt an zu singen, als er das Namensschild der Reporterin las.

Nile Rodgers: Oh! Es ist ein „a“ und kein „o“, ein „Da“ und kein „Do“. Sie heißt Daggy, nicht Doggy … Wie konnte ich das nur verwechseln? Ja, ja!

WELT: Welche charmante Art zu begrüßen! Singen Sie nur weiter.

Rodgers: Es ist wie ein Reflex – Musik ist mein Leben. Sobald ich einen Namen höre, beginnt mein Gehirn automatisch zu arbeiten, und ich spiele mit Worten und Tönen. Das ist die Essenz der Funkmusik.

WELT: Ihre Musik hat unzählige Menschen auf die Tanzfläche gezogen.

Rodgers: Ah, ha-ha! Ja, das stimmt.

WELT: Wie schaffen Sie es, dass Ihre Musik niemals langweilig wird?

Rodgers: Ich lebe meine Musik, von meinem Kopf bis zu meinen Fingern – es ist ein Teil von mir.

WELT: Und wie entsteht ein Welthit?

Rodgers: Ich verrate Ihnen ein Geheimnis meiner Karriere: DHM, „deep hidden meaning“. Jeder meiner Hits basiert auf wahren Begebenheiten, die ich in eingängige Disco-Songs verwandle.

WELT: Und wie war das bei „Freak Out“?

Rodgers: DHM für diesen Song war: Ich bin wirklich ausgerastet.

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WELT: Wie genau ist das passiert?

Rodgers: In der Ära von Studio 54 wollte ich mit Grace Jones tanzen gehen. Sie rief an und lud uns ein, durch die Hintertür des Clubs zu kommen. Als wir anklopften, wurden wir jedoch abgewiesen. Statt nach Hause zu gehen, gingen wir ins Studio und verwandelten unseren Ärger in Musik – und daraus entstand „Le Freak“.

WELT: Beim tiefen, verborgenen Sinn dieser Geschichte.

Rodgers: Richtig, ich habe den Refrain aus einer Wut heraus entwickelt. Es gibt natürlich auch tiefere Gründe für meine Songs. Aber in diesem Fall war ich einfach nur wütend. So entstehen meine Songs oft: Ich tauche tief ein in das Material des Lebens.

WELT: Gut, dass Sie kein Chirurg geworden sind!

Rodgers: Ich muss immer noch lachen. „Le Freak“ handelt eindeutig vom Studio 54, aber meine Mutter sang immer den falschen Text. Sie dachte, es geht um den fünften Stock. Das ist ihr „deep hidden meaning“. Und genau das macht Kunst aus: Sie entsteht im Auge des Betrachters, beziehungsweise im Ohr des Zuhörers.

WELT: New York war zu dieser Zeit auch eine harte Stadt.

Rodgers: Ja, das war eine finanziell sehr schwierige Zeit. Viele Menschen sahen keinen Ausweg mehr. Trotzdem war es für mich ein großartiger Ort, auch wenn ich eine schwierige Kindheit hatte. Ich hatte Asthma und verbrachte viel Zeit im Krankenhaus. New York war und ist immer noch ein kulturelles Zentrum.

WELT: Was meinen Sie damit?

Rodgers: Die Menschen verstehen oft ihre eigene Sprache nicht mehr. Alles wird politisch aufgeladen. Ich war musikalischer Leiter bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen, und es war faszinierend zu sehen, wie Musik Menschen zusammenbringen kann.

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WELT: Wie haben die Leute früher zu Ihrer Musik getanzt?

Rodgers: Tanz und Musik sind untrennbar. Ich erinnere mich an Tänze wie den Twist und den Hustle. Diese Bewegungen entstanden durch die Musik.

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