Dringender Reformbedarf im pakistanischen Textilsektor
FAISALABAD: Die Pakistan Textile Exporters Association (PTEA) hat die Regierung aufgefordert, unverzüglich strukturelle Reformen zu initiieren, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen und das wirtschaftliche Wachstum anzukurbeln. Die Textilexportindustrie sieht sich mit schwerwiegenden Wettbewerbsherausforderungen konfrontiert, die durch hohe Energiepreise, eine übermäßige und diskriminierende Steuerpolitik sowie gravierende Liquiditätsengpässe bedingt sind. Diese Faktoren beeinträchtigen die Fähigkeit der Branche, das Exportwachstum aufrechtzuerhalten und internationale Marktanteile zu sichern.
Der Vorsitzende der PTEA, Sohail Pasha, betonte heute in einer Erklärung die entscheidende Rolle des Textilsektors, der einen wesentlichen Beitrag zum BIP und zur Beschäftigung des Landes leistet. Er äußerte sich besorgt über das verlangsamte Wachstum der Industrie, das durch hohe Energiekosten, übermäßige Besteuerung und finanzielle Einschränkungen behindert wird. Zum Vergleich führte er an, dass der Industriestrom in Pakistan mit USD 0,129 pro Kilowattstunde deutlich teurer ist als in Indien (USD 0,09), Bangladesch (USD 0,10) und Vietnam (USD 0,08). Ähnlich verhält es sich mit den Gaspreisen, die in Pakistan bei USD 10,40 pro MMBTU liegen, im Vergleich zu USD 6,89 in Indien und USD 9,58 in Bangladesch. Für energieintensive Exporteure führen diese Preisunterschiede zu deutlich höheren Umwandlungskosten.
Pasha forderte eine Rationalisierung der Energiepreise, um sie an die regionalen Benchmarks anzupassen, was die Exportwettbewerbsfähigkeit steigern und die Kapazitätsauslastung verbessern würde. Er wies auf steuerliche Herausforderungen hin, indem er darauf aufmerksam machte, dass Exporterlöse gleichzeitig nach Abschnitt 154 und Abschnitt 147 besteuert werden. Banken erheben eine Voraussteuer von 1% als Mindeststeuer, während zusätzlich eine Voraussteuer von 1% nach Unterabschnitt (6C) des Abschnitts 147 erhoben wird. Im Gegensatz dazu werden lokale Lieferungen mit 1% für Textilwaren und 0,5% für Garnhändler besteuert. Diese Behandlung bezeichnete er als diskriminierend und forderte eine Angleichung der Voraussteuerrealisierung an inländische Geschäfte.
Der Ehrenvorsitzende der PTEA, Khurram Mukhtar, äußerte Bedenken über unangemessene Verzögerungen bei der Auszahlung ausstehender Rückerstattungen, die einen erheblichen Teil des Betriebskapitals der Exporteure binden. Dies zwingt die Exporteure dazu, Zinskosten für verzögerte Rückerstattungen zu tragen. Er forderte einen strukturierten, automatisierten Rückerstattungsmechanismus, der Ansprüche innerhalb von 60 Tagen (aufgeschobene Steuer) und 30 Tagen (Einkommensteuer) bearbeitet, um Effizienz und Transparenz zu gewährleisten. Er hob hervor, dass Baumwolle, Baumwollgarn und Stoffe vom Exportförderungsschema (EFS) ausgeschlossen sind und zusammen mit Zöllen auf deren Import die Produktionskosten erhöhen und die Preiswettbewerbsfähigkeit schwächen. Er forderte eine vollständige Rückerstattung der unter EFS gezahlten Zollgebühren und betonte, dass Exporte unter einem Nullsteuersatz operieren müssen.
Der stellvertretende Vorsitzende der PTEA, Ameer Ahmad, betonte die Notwendigkeit, das Wachstum von wertschöpfenden Textilien zu fördern. Er schlug eine mindestens 5%ige Steuerrückvergütung auf Abgaben und Zölle (DLTL) vor, um eingebettete, nicht erstattete Steuern auszugleichen. Er stellte fest, dass das Kapital-Umsatz-Verhältnis der Branche auf mindestens 3,5x verbessert werden muss, um ein nachhaltiges Wachstum zu unterstützen. Dies sei ohne grundlegende Reformen im Rückerstattungsregime, das derzeit Milliarden von Rupien bindet und die Liquidität stark einschränkt, nicht erreichbar. Mit diesen Reformen könnten die Textilexporte Pakistans bis FY2028 realistischerweise USD 27 Milliarden erreichen, angetrieben durch verbesserte Liquidität, höhere Produktivität und den Ausbau wertschöpfender Kapazitäten.
Die PTEA bekräftigte ihr Engagement, eng mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um ein glaubwürdiges, exportorientiertes Wachstumsmodell zu implementieren, das die Wirtschaft Pakistans stärkt, Arbeitsplätze schafft und die Deviseneinnahmen erhöht.
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David Kern ist Wirtschaftsjournalist mit Fokus auf Start-ups und Innovationen. Er beleuchtet aufstrebende Unternehmen und technologische Fortschritte.