Die Erscheinung der Generation Z
In jüngster Zeit gab es viele Diskussionen über den sogenannten „Gen-Z-Stare“ – ein ausdrucksloser, teilnahmsloser Blick, der insbesondere der Generation zwischen 1995 und 2010 zugeschrieben wird. Im Gegensatz zu anderen Altersgruppen, die ihre Kommunikation oft mit Mimik unterstreichen, scheinen diese jungen Menschen oft einfach nur regungslos zu starren. Bekannte Beispiele für diesen Blick sind die Schauspielerinnen Jenna Ortega und Lily-Rose Depp.
Beide sind bekannt dafür, auf den roten Teppichen oft mit einer ernsten und unbeeindruckten Miene zu erscheinen, statt mit strahlenden Lächeln. Jenna Ortega steht aktuell besonders im Rampenlicht, da sie die Hauptrolle in der zweiten Staffel der Netflix-Serie „Wednesday“ spielt, einem Spin-off der düsteren Addams Family.
Neue Trends in der Ästhetik
Die Namen von Depp und Ortega werden derzeit oft gemeinsam genannt, diesmal im Zusammenhang mit einem Bruch traditioneller Schönheitsideale. Sie repräsentieren die „Tired Girl“-Ästhetik, die auf Social Media einen neuen Schminkstil populär macht. Dieser Stil steht im Gegensatz zu der langjährigen Vorstellung, dass Schönheitsprodukte wie Concealer, Rouge und Lidschatten dazu dienen, das Gesicht frisch und wach erscheinen zu lassen. Laut „CNN Style“ wurde ein müdes Aussehen historisch oft mit schlechter Gesundheit und Unattraktivität verbunden. Doch das „Tired Girl“ kümmert sich darum nicht.
Der Look betont Müdigkeit statt sie zu verbergen, indem dunkler Lidschatten die Schatten unter den Augen hervorhebt, wie von Herausgeberin und Content Creatorin Lara Violetta in einem Video auf Instagram demonstriert wurde. Sollte das „Tired Girl“ Mascara verwenden, darf diese ruhig verwischen, was den müden Eindruck noch verstärkt.
Darstellung auf sozialen Netzwerken
Der müde Blick, der durch halb geschlossene Augen und gelangweilte Ausdrücke charakterisiert wird, ist bereits eine etablierte Übung für die Gen Z, wie man auf TikTok unter dem Suchbegriff „Tired Girl Makeup Tutorial“ schnell feststellen kann. Jenna Ortega hat diesen Look kürzlich mit blondierten, fast unsichtbaren Augenbrauen noch weiter in Szene gesetzt.
Kulturelle Einflüsse und Modeerscheinungen
Der Teint des „Tired Girl“ ist blass und fast durchscheinend, ganz im Gegensatz zu dem Trend, mit Bronzer und aufgemalten Sommersprossen einen sonnengeküssten Look zu erzeugen. Model und Musikerin Gabbriette, die in vielen Tutorials als Inspiration dient, zeigt sich ebenfalls oft mit hellem Teint und müdem Blick. Das „W-Magazin“ bezeichnete sie als Ikone des „Indie Sleaze“, eine Ästhetik der 2000er-Jahre, die durch exzentrische, chaotische Looks und Make-up-Spuren von langen Partynächten gekennzeichnet ist. Dieser Stil erlebt derzeit ein Revival auf Instagram.
Auch andere Stile wie Punk, Grunge und Gothic spielten mit dem Kontrast zu einem frischen und gesunden Aussehen. In den 1990er und 2000er Jahren zeigte Schauspielerin Angelina Jolie, wie attraktiv der müde Look auch auf dem roten Teppich sein kann. Sie erschien oft mit blassem Teint und dunklen Augenringen und stach damit aus der Masse heraus.
Ein neuer Trend setzt sich durch
Der Trend des „Tired Girl“ ist nicht über Nacht entstanden. Bereits im letzten Jahr waren ähnliche Schminkanleitungen auf Social Media zu finden, und 2023 kam der „Tired Eyes“-Look auf. Die momentane Beliebtheit könnte auch durch Jenna Ortegas Präsenz in den Medien im Zusammenhang mit der Fortsetzung von „Wednesday“ beeinflusst sein.
Man kann über diesen Trend lächeln oder ihn absurd finden, oder man erkennt darin eine logische Reaktion auf die durch Social Media geförderten Schönheitsideale. In einer Welt, in der junge Frauen ihre Gesichter durch Eingriffe optimieren und scheinbar perfekte Leben führen, bietet das „Tired Girl“ eine Alternative: die betonte Imperfektion als Antwort auf eine Ästhetik, die sonst von Perfektion und Botox dominiert wird. Dieser Trend scheint eine vernünftige Reaktion zu sein – und erfordert nicht einmal den Kauf neuer Make-up-Produkte.
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Jonas Feldmann ist ein erfahrener Journalist mit Schwerpunkt auf Wirtschafts– und Finanzthemen. Seine Analysen und Hintergrundberichte bieten tiefgehende Einblicke in die deutsche und internationale Wirtschaft.