Seit Tagen fällt Regen
Seit einigen Tagen lässt der Regen nicht nach. Die Freibäder sind verlassen, da in vielen Bundesländern bereits die Schulferien eingeläutet wurden und auch der Bundestag befindet sich in der Sommerpause. In diesen Momenten, so scheint es, kehrt endlich Ruhe ein. Es gibt kaum etwas Beruhigenderes als das Geräusch des Regens, das durch ein offenes Fenster dringt und die feuchte Luft, die hereinströmt.
Im „Spiegel“ wurde kürzlich eine Diskussion zwischen Alena Buyx und Sascha Lobo geführt, die sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) auseinandersetzten. Sie äußerten, dass es eine 20-prozentige Wahrscheinlichkeit gibt, dass die KI zu katastrophalen Ergebnissen führen könnte. Zum Glück, denke ich mir, ist bei uns Menschen die Wahrscheinlichkeit, im Abgrund zu enden, immer bei 100 Prozent. Ich bin der Überzeugung, dass KI den Menschen nicht überflüssig machen wird, vielmehr wird der Mensch selbst zu einer Art KI werden.
Es fällt auf, dass die Art und Weise, wie Menschen heutzutage kommunizieren, sich stark verändert hat. Viele sprechen wie automatisierte Sprechroboter und benutzen immer dieselben Phrasen: Narrativ, Literally, Nice, Bro, Cringe, Mega, Lowkey, Safe. Früher konnte man an der Sprache noch die soziale Schicht, die Herkunft oder das Alter einer Person erkennen. In der heutigen digitalen Welt scheint jeder gleich und gleichförmig zu sprechen. Kürzlich begegnete mir ein Junge aus Franken, der mich mit den Worten „Digger, was hast Du denn an“ ansprach.
Weltweit scheinen Menschen ihre individuellen Sprachen, Zeichen und Ausdrucksformen aufzugeben. Ob es sich um Flat-Earther, queere Priester oder Bundestagsabgeordnete handelt, sie alle unterlegen ihre peinlichen Internet-Videos mit denselben Liedern. Beispiele hierfür sind „Anxiety“ von Doechii, „C’è la luna mezzo mare“ von Louis Prima, „Blue Monday“ von New Order oder „Halt Dein Maul“ von Bob & Daisy. Sie tanzen, boxen, singen und machen Flaschenwürfe zu diesen Melodien.
Ein großer Algorithmus
Es erscheint fast so, als wären die Gehirne vieler Menschen miteinander verbunden oder als hätten sie keine eigenen mehr, sondern wären nur noch Außenposten eines großen, cloud-basierten Zentralgehirns. Diese Menschen sind zu Teilen eines gigantischen Algorithmus geworden. Trotzdem betrachten sie sich selbst als origineller und individueller denn je.
Ich erinnere mich an eine Begebenheit vor fünf Jahren, als ich als Reporter in Oppenau im Schwarzwald war. Ein Mann hatte dort einige Polizisten entwaffnet und war dann mit den Dienstwaffen in den Wald geflohen. Es folgte eine große Suchaktion mit Hubschraubern, Spezialeinsatzkommandos und Scharfschützen. Ich sprach mit den Einwohnern von Oppenau und durchstreifte die Wälder.
Es regnete damals genauso stark wie heute. Der Nebel hing in den Bäumen der Täler, und ich konnte vielleicht 50 Meter weit sehen. Ich wanderte auf einem Pfad und hörte plötzlich Glocken und dann Schafe. Plötzlich stand ich mitten in einer Schafherde. Ich kann mich nicht erinnern, wie viele es waren, aber es waren unglaublich viele.
Wenn ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, dass wir Menschen bis heute nicht anders sind. Unabhängig davon, wie wir uns kleiden, sprechen, was wir erfinden oder uns einbilden, ob wir in Berlin, in Oppenau oder in Gummersbach leben – wir sind letztlich nur Herdentiere, die im Nebel stehen und nicht weiter als 50 Meter sehen können.
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Jonas Feldmann ist ein erfahrener Journalist mit Schwerpunkt auf Wirtschafts– und Finanzthemen. Seine Analysen und Hintergrundberichte bieten tiefgehende Einblicke in die deutsche und internationale Wirtschaft.