Lena Dunham belebt „Girls“ zehn Jahre nach dem Serienfinale wieder. Fast alle Hauptdarsteller:innen sind zurück an Bord – nur ein besonders bekanntes Gesicht hat sich bislang nicht verbindlich geäußert.
Hannah Horvath kehrt also zurück: HBO hat offiziell bestätigt, dass „Girls“ mit fünf neuen Folgen fortgesetzt wird. Lena Dunham übernimmt erneut die Hauptrolle und ist zugleich als Autorin und Produzentin wieder dabei. Geplant ist, die Produktion 2027 aufzunehmen – exakt zehn Jahre nach dem Ende der sechsten Staffel. Ein genauer Starttermin für die Ausstrahlung wurde bislang nicht genannt.
Die Ankündigung machte HBO mit einem kurzen Video, in dem Dunham und ehemalige Serienkolleg:innen ein inszeniertes Videogespräch führen. Allison Williams, Jemima Kirke und Zosia Mamet erklärten darin, wieder mitzumachen; auch Andrew Rannells schaltet sich hinzu. Auffallend ist jedoch die Abwesenheit eines Hauptdarstellers: Adam Driver fehlt in der veröffentlichten Besetzungsliste.
„Girls“: Wer aus der Originalbesetzung wieder dabei ist
HBO zufolge werden die vier prominenten Frauen der Serie erneut auftreten. Dunham spielt wieder Hannah Horvath, Allison Williams kehrt als Marnie Michaels zurück, Jemima Kirke wird erneut Jessa Johansson verkörpern und Zosia Mamet ist wieder als Shoshanna Shapiro zu sehen. Andrew Rannells schließt sich als Elijah Krantz ebenfalls der Fortsetzung an.

Auch hinter den Kulissen gibt es Kontinuität: Judd Apatow, der bereits an der ersten Fassung mitgewirkt hatte, wird als ausführender Produzent fungieren. Williams, Kirke, Mamet und Rannells sind darüber hinaus als Co-Executive Producer an dem Projekt beteiligt.
Für Dunham kommt dieses Comeback zu einem Zeitpunkt, an dem ihr eigenes Alter dem der Figuren in den neuen Folgen entspricht. In einer Mitteilung von HBO erklärte sie, sie habe lange nicht gewusst, wie Hannah und die anderen in der Gegenwart leben könnten; erst ihr 40. Geburtstag habe das Interesse an einer Rückkehr geweckt. „Kurz vor meinem 40. Geburtstag fingen sie an, plötzlich unter der Dusche mit mir zu reden“, schrieb Dunham dazu.
Ausführlicher ging die inzwischen 40-Jährige in ihrem Newsletter „Good Thing Going“ auf das Vorhaben ein. Dort reflektiert sie über die verschiedenen Wege, die Menschen in der Lebensmitte einschlagen: Manche stehen mitten in der Kindererziehung, andere beginnen noch einmal neu. Genau diese Vielfalt wolle sie offenbar in den neuen Episoden erkunden.
Spielt Adam Driver in der Fortsetzung mit?
Eine zentrale Frage bleibt offen: Adam Driver, der in der Originalserie Hannahs zeitweiligen Partner Adam Sackler spielte, taucht in der bisherigen Darstellerriege nicht auf.

HBO hat weder eine Teilnahme Drivers bestätigt noch offiziell ausgeschlossen. Auch vonseiten Drivers selbst gibt es bislang keine öffentliche Stellungnahme zur neuen Staffel. Ein späterer Gastauftritt ist daher nicht ausgeschlossen, konkrete Hinweise dafür fehlen derzeit jedoch.
In ihren im April 2026 erschienenen Memoiren „Famesick“ hatte Dunham berichtet, es habe während der ursprünglichen Dreharbeiten Spannungen mit Driver gegeben. Unter anderem beschreibt sie einen Vorfall bei einer Probe, bei dem er einen Stuhl gegen eine Wand geworfen haben soll.
Unabhängig davon wäre eine Rückkehr von Adam Sackler dramatisch nicht automatisch gegeben: Seine Beziehung zu Hannah war am Ende der Serie bereits beendet, und zwischen ihm und Jessa hatte sich später eine eigene, konfliktreiche Verbindung entwickelt. Wie HBO diese Geschichte – falls sie überhaupt aufgegriffen wird – zehn Jahre später erzählen will, blieb bislang unklar.
Neben Driver fehlen in der Ankündigung außerdem Christopher Abbott, der Marnies Ex-Partner Charlie darstellte, sowie Alex Karpovsky, bekannt als Ray Ploshansky.
Fans debattieren über Driver und die Wiederauflegung
Seit der Ankündigung diskutieren Fans in sozialen Netzwerken intensiv über mögliche Handlungsentwicklungen. Besonders auf Reddit wird spekuliert, ob Adam und Jessa nach all den Jahren noch ein Paar sein könnten. Im Subreddit r/girls gibt es unterschiedliche Meinungen: Einige User stehen einer Rückkehr Drivers skeptisch gegenüber, andere wünschen sich zumindest einen Cameo-Auftritt.
Die Resonanz auf die Neuauflage ist gemischt: Viele begrüßen das Wiedersehen mit den Figuren, andere sorgen sich, dass die Fortsetzung nicht an die Qualität der Originalserie heranreichen könnte. Immer wieder wird als Vergleich die umstrittene Fortsetzung „And Just Like That …“ zu „Sex and the City“ herangezogen.
Dunham scheint sich dieser Erwartungshaltung bewusst zu sein. In ihrer Erklärung betonte sie, dass eine Rückkehr zu „Girls“ für sie stets von einer zwingenden Geschichte abhängig gewesen sei – einer Erzählung, die sie unbedingt realisieren wolle.
Worum sich die neuen „Girls“-Folgen drehen könnten
Konkrete Details zur Handlung wurden noch nicht veröffentlicht. Klar ist lediglich, dass die Fortsetzung die Figuren in einer späteren Lebensphase zeigen wird. Amy Gravitt, bei HBO zuständig für Comedy, erklärte in der Pressemitteilung, Dunham richte ihren Blick nun weg von den Wirrungen der Zwanziger auf das, was rund um den 40. Geburtstag passiert. Es dürfte also darum gehen, wie sich Hannah, Marnie, Jessa, Shoshanna und Elijah seit ihrem letzten gemeinsamen Auftritt verändert haben.
Das Serienfinale von 2017 ließ Hannah als junge Mutter zurück, die eine Lehrstelle außerhalb New Yorks angenommen hatte. Die übrigen Figuren waren zu diesem Zeitpunkt bereits in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ob die neuen Episoden alle wieder nach New York führen werden, steht noch nicht fest.
„Girls“ lief von 2012 bis 2017 über sechs Staffeln und erhielt in dieser Zeit 19 Emmy-Nominierungen, wovon zwei in Preise mündeten. Die Serie wurde für ihre ehrliche, oft schonungslose Darstellung von Beziehungen und Verunsicherungen gelobt, löste aber auch Kontroversen über Privilegien, Repräsentation und Dunhams Darstellung ihrer Generation aus.
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