Am Abend des Eurovision Song Contests strahlte die ARD traditionsgemäß das „Wort zum Sonntag“ aus, was aktuell auf der Plattform X für heftige Debatten sorgt. Der Auftritt von Pfarrer Alexander Höner, der sich in seiner Ansprache den Rechten queerer Menschen, Vielfalt und sozialem Zusammenhalt widmete und dabei ein starkes Statement gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setzte, stieß nicht überall auf Zustimmung.
Das „Wort zum Sonntag“ im ESC-Kontext
Ein Pfarrer in einem glitzernden Anzug und eine queere Persönlichkeit auf einem Friseurstuhl waren die Protagonisten des diesjährigen „Wort zum Sonntag“ vor dem Eurovision Song Contest. Alexander Höner sprach zusammen mit der Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann über die Bedeutung von Vielfalt und queerer Sichtbarkeit sowie den sich verkleinernden Raum für Toleranz – alles in einem spielerischen und pointierten Ton, jedoch mit klarer Botschaft. Höner machte schon bei seinem Auftritt eine deutliche Aussage, indem er mit einer Regenbogenflagge um den Hals den Raum betrat, ein symbolträchtiges Zeichen, besonders da beim ESC dieses Jahr Flaggen, die nicht das vertretene Land repräsentieren, verboten waren.
„Es ist großartig, dass es den ESC gibt. Millionen Menschen in ganz Europa feiern, dass das Leben und wir selbst bunt sind“, erläuterte Höner und sprach über das abnehmende Verständnis für Vielfalt, nicht nur in Europa. In seiner Kirchengemeinde würden regelmäßig die Regenbogenflaggen abgerissen. „Es ist wie bei dem amerikanischen Präsidenten mit seinen Verboten. Einige Unternehmen haben aus Angst vor ihm ihre Regenbogenflaggen abgenommen. Und wie gehen wir in der Gemeinde damit um?“, fragte Kroymann. Höner antwortete: „Wir hängen einfach jedes Mal eine neue auf.“
Geteilte Meinungen zum Auftritt
Die Reaktionen der Zuschauer auf Plattform X waren geteilt. Während viele das Engagement für queere Rechte und die humorvolle Respektlosigkeit lobten, kritisierten andere die „Politisierung der Kirche“ und warfen der ARD vor, Identitätspolitik zur Hauptsendezeit zu fördern. Der Hauptkritikpunkt: Zu viel Meinung, zu wenig religiöser Inhalt.
Genau darin lag das Thema: Wie die Kirche eine Position beziehen kann und muss – gegen die Unterdrückung queerer Symbole, wie es beim diesjährigen ESC der Fall war, wo Regenbogenflaggen teilweise verboten wurden. Kroymann kommentierte dies im Beitrag sachlich: „Was man über den ESC dieses Jahr leider nicht sagen kann: Flagge zeigen.“