Hans-Peter de Lorent und sein neues Buch über Werner Naumann
Der Autor Hans-Peter de Lorent, der sich intensiv mit der NS-Zeit auseinandergesetzt hat, veröffentlicht ein neues Buch. Es dreht sich um Werner Naumann, der als Staatssekretär unter Joseph Goebbels tätig war. In den 1950er Jahren war Naumann Teil einer Verschwörung, die das Potenzial hatte, die junge Bundesrepublik Deutschland erheblich zu erschüttern.
Hans-Peter de Lorent hat sein Leben der Erforschung des Nationalsozialismus gewidmet. In seiner langjährigen Forschung hat er die Biografien von 180 Tätern dokumentiert, die in Hamburg während des NS-Regimes als Lehrer, Schulleiter oder hohe Beamte fungierten. Diese Personen haben das Regime unterstützt, Schüler tyrannisiert und indoktriniert. De Lorent, mittlerweile 76 Jahre alt, berichtet, wie oft sich Nachkommen der Porträtierten bei ihm bedankten, da sie durch seine Forschungen Antworten auf ihre drängenden Fragen fanden.
Ein interessanter Fall in de Lorents Forschungsarbeit ist Heinrich Haselmayer, ein NS-Funktionär und ehemaliger Leiter der Hamburger Volkshochschule. Haselmayer fiel de Lorent besonders auf, da er auch nach dem Krieg in einen Skandal verwickelt war.
Im Jahr 1953 wurde Haselmayer zusammen mit anderen ehemaligen NS-Funktionären verhaftet. Die britischen Behörden beschuldigten sie, Pläne zur Rückeroberung der Macht in Westdeutschland geschmiedet zu haben. Diese Gruppe, bekannt als der „Naumann-Kreis“, nach ihrem prominentesten Mitglied Werner Naumann, versuchte, ihren Einfluss auf die deutsche Politik wiederzugewinnen.
De Lorent erzählt, wie Heidi Birgfeld, die Tochter Haselmayrs, ihm von der langjährigen Freundschaft ihres Vaters mit Naumann berichtete. Diese Freundschaft bestand bereits seit ihren gemeinsamen Studientagen in Berlin. Ihre Erzählungen und Fotos weckten de Lorents Interesse an Werner Naumann.
De Lorent sammelte über die Jahre zahlreiche Materialien über Naumann, der eine zentrale Figur im Propagandaministerium unter Goebbels war und zu den letzten Personen im Führerbunker zählte, bevor er aus Berlin floh. Die Forschung zu Naumann nahm so viele Ressourcen in Anspruch, dass de Lorent sogar ein zweites Bücherregal dafür benötigte.
Magda Goebbels und ihre Verbindung zu Werner Naumann
Das Buch „Goebbels Schatten“, das am 2. April im Hamburger Goya-Verlag erscheint, beschreibt unter anderem die Beziehung zwischen Magda Goebbels und Werner Naumann. De Lorent wählt die Form eines Tatsachen-Romans, um die historisch belegten Ereignisse mit erzählerischen Elementen zu verbinden.
Die Geschichte beginnt zehn Tage vor Hitlers Tod im Führerbunker, wo Naumann von Hitler persönlich aufgefordert wird, seine Ideen weiterzutragen. Diese Aufforderung bildet die Grundlage für Naumanns weiteres Handeln.
Naumanns politische Ambitionen nach 1945
Nach dem Krieg knüpft Naumann wieder an seine alten Kontakte an und versucht, bei den Bundestagswahlen 1953 mit der Deutschen Reichspartei Einfluss zu gewinnen. Trotz seiner Verhaftung im Januar 1953 und der späteren Einstellung des Verfahrens, bleibt er politisch aktiv. Doch seine Pläne werden durch eine Entscheidung der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen durchkreuzt, die ihn kurz vor der Wahl als „belastet“ einstuft und ihm somit die politischen Rechte entzieht.
De Lorent, der selbst politisch tätig war, sieht in dieser Entscheidung einen wichtigen Schritt, da Naumann anderenfalls möglicherweise erheblichen Einfluss im Bundestag hätte erlangen können. Die politische Landschaft Deutschlands hätte sich dadurch signifikant verändern können.
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Hannah Berg ist Filmkritikerin und Serien-Expertin. Mit einem scharfen Blick für Details analysiert sie Neuerscheinungen und Klassiker aus der Welt des Kinos und Fernsehens.