Blumen im Frühling? Wie originell!
„Blumen im Frühling? Wie originell!“ So spottete Meryl Streep in ihrer Rolle als anspruchsvolle Magazinchefin in „Der Teufel trägt Prada“ – ein Satz, der unter Modebegeisterten bekannt wurde. Ein ähnlicher Spruch für die Sommerzeit könnte sein: „Muscheln im Sommer? Wie originell!“
Jahr für Jahr scheint die Mode- und Interior-Design-Welt instinktiv Muscheln wiederzuentdecken: Sie schmücken Halsketten und Ohrringe, finden sich in der Gestaltung von Schüsseln und Tellern wieder und zieren Kleidung und Bademode. Kaum überraschend, dass Meeresmaterialien in den warmen Monaten zur Inspirationsquelle werden, denn Strände rufen förmlich nach Verlangen.
Doch das Meer bietet mehr als nur Muscheln – nicht nur als Dekor. Designer scheinen sich dieser Tatsache in diesem Sommer besonders bewusst zu sein.
Innovationen aus dem Meer
In Paris hat die niederländische Designerin Iris Van Herpen kürzlich in ihrer Haute-Couture-Kollektion ein Ensemble aus Kleid und Leggings präsentiert, das mit 125 Millionen leuchtenden Algen (Pyrocystis lunula) versehen ist. Jede Bewegung des Models ließ das Outfit strahlen.
Auch im kommerziellen Bereich wird die Alge genutzt: Bei der H&M-Tochter & Other Stories findet sie sich in einem Ensemble aus Top und Rock, gefertigt aus einer Mischung aus Bio-Baumwolle und der Algenfaser Kelsun.
Obwohl Algen als Material zweifellos geeignet sind, führen andere Meeresbewohner derzeit als Motive in Mode und Interior-Design: Quallen erinnern an die Hocker aus dem 3D-Drucker des Berliner Labels Jelly Objects.
In der Modewelt sind die schleimigen Meereskreaturen ebenfalls angekommen: Die Schmuckmarke Bijou Brigitte bietet Ohrringe und Broschen in Quallenform an. Taschenanhänger, teilweise aus Bast bei Anya Hindmarch oder aus Nerz und Federn bei Fendi, zeigen ebenfalls Quallen.
Maritime Taschenanhänger, insbesondere jene in Quallenform, erfreuen sich so großer Beliebtheit, dass das britische Magazin „Marie Claire“ bereits spekulierte, sie könnten die aktuell an Taschengriffen baumelnden Labubu-Plüschfiguren als Trend ablösen.
Der Aufstieg der Quallen
Quallen galten lange nicht als Sympathieträger, doch ihr Weg zum aktuellen Trendmotiv war lang. Schon im Jahr 2024 erklärten einige Medien, darunter der britische „Guardian“, Quallen zum Trendthema. Viele Menschen begannen, die faszinierende Schönheit der wässrigen Wesen zu erkennen, so eine Meeresökologin.
Möglicherweise waren die Anfänge des Trends zu subtil: Schimmernde Plisseekleider von Marken wie Cos und Gucci oder die sogenannten „jellyfish haircuts“ von Prominenten wie Lady Gaga und Miley Cyrus weckten nicht bei jedem sofort Assoziationen mit Quallen.
Algen und mehr – die Meereswelt als Inspirationsquelle
Die Faszination für Meerestiere in Mode und Dekoration ist ebenso offensichtlich wie der ewige Trend der Muschel im Sommer: Das Umgeben mit Elementen des Sehnsuchtsortes Meer weckt Urlaubsgefühle, auch wenn die Ferien noch bevorstehen – oder bereits vorbei sind.
Und vielleicht schaffen es nächstes Jahr die Algen, sich vom Material zum Motiv zu wandeln.
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Jonas Feldmann ist ein erfahrener Journalist mit Schwerpunkt auf Wirtschafts– und Finanzthemen. Seine Analysen und Hintergrundberichte bieten tiefgehende Einblicke in die deutsche und internationale Wirtschaft.