„Und das ist auch gut so“ – CDU-Spitzenkandidat greift auf Klaus Wowereits Worte zurück, SPD reagiert
In einem kürzlich stattgefundenen Wahlkampfauftritt hat der Spitzenkandidat der CDU eine bekannte Redewendung des ehemaligen Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit aufgegriffen. Der Satz „Und das ist auch gut so“ wurde ursprünglich von Wowereit in einer viel beachteten Rede im Jahr 2001 verwendet, als er seine Homosexualität öffentlich machte. Dieser Satz, der seitdem in die deutsche Popkultur eingegangen ist, wurde nun vom CDU-Kandidaten in einem neuen Kontext verwendet, was sofortige Reaktionen seitens der SPD nach sich zog.
Verwendung in einem neuen politischen Kontext
Der CDU-Spitzenkandidat nutzte die Phrase während einer Rede, in der es um die wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherheitspolitik ging. Er betonte, dass seine Partei die notwendigen Maßnahmen ergreifen werde, um die Wirtschaft zu stärken und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, fügte dann hinzu „und das ist auch gut so“. Diese Anspielung auf Wowereits berühmten Ausspruch sollte offensichtlich die Entschlossenheit und das Selbstbewusstsein der CDU in ihren politischen Vorhaben unterstreichen.
Reaktion der SPD
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands reagierte prompt und kritisch auf die Adaption ihres ehemaligen Berliner Bürgermeisters Satz durch einen politischen Kontrahenten. Ein Sprecher der SPD äußerte, dass die Verwendung des Zitats in einem kontextfremden Zusammenhang nicht angemessen sei und beschuldigte den CDU-Kandidaten der kulturellen Aneignung einer politischen Identität, die nicht seine eigene sei. Die SPD betonte zudem, dass die ursprüngliche Nutzung des Zitats im Rahmen von Wowereits Coming-out ein Moment der persönlichen Authentizität und des politischen Mutes gewesen sei, der nicht für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert werden sollte.
Bedeutung für den Wahlkampf
Die Debatte um die Nutzung von Wowereits Satz beleuchtet die Empfindlichkeiten im politischen Diskurs, besonders in Zeiten des Wahlkampfs. Experten sind sich uneinig darüber, ob die Anlehnung an solch ein ikonisches Zitat der CDU eher nutzen oder schaden wird. Einerseits könnte es als Versuch gesehen werden, eine Brücke zu liberalen Wählern zu schlagen, andererseits könnte es auch als unpassende Vereinnahmung einer individuellen politischen Geschichte angesehen werden.
Dieser Vorfall zeigt, wie politische Sprache und historische Redewendungen weiterhin ein kraftvolles Instrument im deutschen Wahlkampf sind, und wie ihre Verwendung zu Kontroversen und Diskussionen führen kann.
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Hannah Berg ist Filmkritikerin und Serien-Expertin. Mit einem scharfen Blick für Details analysiert sie Neuerscheinungen und Klassiker aus der Welt des Kinos und Fernsehens.