Fall Barbarossa

Hitlers Geheimerlass gegen Stalin

18. Dezember 1940: Anweisung zur Vorbereitung für einen Krieg gegen die Sowjetunion

Mit einem geheimen "Führererlass", der "Weisung Nr. 21: Fall Barbarossa" vom 18. Dezember 1940 befiehlt Adolf Hitler dem Oberkommando der Wehrmacht, mit den Vorbereitungen für einen Krieg gegen die Sowjetunion zu beginnen. Diese Vorbereitungen sollten streng geheim vor sich gehen und bis zum 15. Mai 1941 weitgehend abgeschlossen sein.

Das nationalsozialistische Deutschland war zu diesem Zeitpunkt einem Nichtangriffspakt mit der stalinistischen Sowjetunion verpflichtet, den es am 24. August 1939 in Moskau abgeschlossen hatte. Dabei war auch ein geheimes Protokoll über die "Abgrenzung der beiderseitigen Interessenssphären in Osteuropa" unterzeichnet worden. Nur wenige Tage später, am 1. September 1939, griffen deutsche Truppen auf Hitlers Befehl Polen an und begannen damit den Zweiten Weltkrieg und zugleich den rassistischen Vernichtungskrieg in Osteuropa. Stalin ließ im Gegenzug am 17. September 1939 sowjetische Truppen in Ostpolen einmarschieren. Damit nahm die Aufteilung Polens zwischen den beiden totalitären Mächten Gestalt an, die am 28. September 1939 zusätzlich einen "Grenz- und Freundschaftsvertrag" abschlossen.

Nur einen Monat vor der "Weisung Nr. 21", vom 12. bis zum 14. November 1940, hatte Hitler noch den sowjetischen Außenminister Molotow in Berlin empfangen. Dabei sprechen sie über die weitere Zusammenarbeit und die Beilegung verschiedentlicher Konfliktfelder.

Mit dem Beginn der konkreten Planungen für einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion setzte der nationalsozialistische Diktator ein Programm um, das er bereits in seiner 1925 erschienenen Schrift "Mein Kampf" artikuliert hatte. Die im September 1939 auf dem Rücken Polens (und später der baltischen Staaten, Rumäniens und Finnlands) vereinbarte “Freundschaft” Nazideutschlands zur Sowjetunion währte keine zwei Jahre. Alexander Frese

Zum Weiterlesen: Gabriel Gorodetsky: "Die große Täuschung. Stalin, Hitler und das 'Unternehmen Barbarossa'", Berlin 2001