Kommentare zum Gespräch Putin/Biden

Putins Diktat und Putins Bühne: Das meinen deutsche Medien zum Bildschirmgipfel

Kommentare zum Treffen Putin/Biden wegen Ukraine

Die Frankfurter Allgemeine kommentiert „Wladimir Putins Diktat“. Er habe bereits erreicht, dass eine künftige Nato-Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens „praktisch ausgeschlossen“ sei, so Nikolas Busse, „obwohl ihnen das einst versprochen wurde“. Dass die Nato mehr Waffen in die Nähe Russlands bringe, „hat sich der Kremlherr selbst zuzuschreiben“. Busse fragt: „Wer würde mit so jemandem schon eine Vereinbarung über ‚Sicherheitsgarantien‘ eingehen, noch dazu mit jemandem, der so oft täuscht und lügt?“

Putin wolle der Nato „diktieren, wo ihre Grenzen sind“. Außerdem spreche er seinen Nachbarländern auch die Freiheit ab, über ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Biden habe bereits gesagt, er werde keine roten Linien akzeptieren. „Hoffentlich schließt sich dem auch die neue Bundesregierung an“, schreibt Busse. „Deutsche Beschwichtigungspolitik hat es Putin immer wieder leicht gemacht.“

SZ: Putin kennt jetzt den Preis

Die Süddeutsche Zeitung meint: „Putin kennt jetzt den Preis.“ Überfiele er die Ukraine, so Hubert Wetzel, „kein GI wird sich ihm in den Weg stellen“. Aber Washington werde „harte Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängen, die dem Land praktisch alle Geschäfte unmöglich machen, für die auch nur ein einziger Dollar notwendig ist“. Die EU solle Russland „ebenso konsequent vom Zahlungsverkehr mit dem Euro abschneiden“.

Je schneller diese Kosten Russland aufgebürdet würden, desto wirksamer, so Wetzel. Er hofft, dass „die Machthaber in Peking und Teheran auch eine Warnung darin (sehen), wie Biden sich im Konflikt mit Putin verhält. Dann hätte der Videogipfel die Welt etwas sicherer gemacht.“

taz: Bühne für Putin

Die taz sieht im Bildschirmgipfel eine „Bühne für Putin“. Für Wladimir Putin sei das Ukraine-Gespräch mit Biden ein Erfolg gewesen, kommentiert Klaus-Helge Donath. „Um die Wahrnehmung als Großmacht geht es dem Kreml“ beim „vermeintlich drohenden Einmarsch Russlands in die Ukraine“. Konkrete Ergebnisse seien nicht zu erwarten gewesen.  PHK