Wiktor Subkow: ‚Wir wollen keine fremden Werte‘

Interview des russischen Chefdelegierten des Petersburger Dialogs nach der Präsidiumssitzung am 14. Mai 2021 mit RT

RT vormals Russia Today

Nach 20-monatiger epidemiebedingter Unterbrechung tagte das Präsidium des Petersburger Dialogs am 14. Mai in Berlin. Wiktor Subkow sprach darüber mit dem staatsfinanzierten russischen Fernsehsender RT, der mit dem Thema Impfstoff einstieg: Der Vorsitzende des russischen Lenkungsausschusses beim Petersburger Dialog sagte demnach, er habe die deutsche Seite darauf hingewiesen, dass inzwischen fast 70 Staaten russische Anti-Covid-Vakzine nutzen und in Deutschland seit Januar keine Entscheidung über die Lieferung von Sputnik V gefallen sei: „Da es um Menschenleben geht, könnte die Vakzinierung in Deutschland mit Sputnik V schneller vonstatten gehen.“ Das laufende EU-Genehmigungsverfahren wurde nicht erwähnt.

Deutsche Sitzungsteilnehmer, so Subkow, hätten sich unzufrieden über die russische Gesetzgebung geäußert, „wonach nun auch einige aus Deutschland finanzierte Organisationen in Russland als ‚ausländischer Agent‘ eingestuft werden. Ein ausländischer Agent sei „kein Feind“, sagte Subkow laut RT. „Die politische Aktivität vieler ausländisch finanzierter Organisationen“ sei aber „in der Tat unerwünscht.“ Es fänden „Einmischungen statt, offene Regierungskritik und Versuche, unserer Jugend Werte aufzuzwingen, die uns fremd sind“, sagte Subkow. „Wozu sie aufrufen – das passt uns nicht.“

Erfreut äußerte sich Subkow über mehr gesellschaftlichen Austausch mit Deutschland. „Unsere Pläne für Entwicklung unserer Zivilgesellschaften haben wir sogar übertroffen.“

Zu möglichen Änderungen in der deutschen Regierung im Herbst sagte er: „Die Regierungen wechseln, aber die Zivilgesellschaften bleiben." Für jede Regierung sei es nützlich, „die Beziehungen zu Russland zu entwickeln. Die Werke, die im Russland-Geschäft tätig sind, schaffen Tausende Arbeitsplätze.“  PHK