Nord Stream 2: Der Deal nützt allen Beteiligten

Alexander Baunov: Why Everyone’s a Winner in the Nord Stream 2 Deal, Carnegie Moscow Center, 29.7.2021

Die Einigung zwischen Deutschland und den USA seien auf den ersten Blick von Vorteil nur für Russland, aber „tatsächlich nutzbringend für alle Beteiligte“, schreibt Alexander Baunov. Deutschland habe seine Souveränität verteidigt. Ohne das Festhalten an der Pipeline wäre Russland „hilflos“ gewesen.

Nun, mit der Gaspipeline, würden Deutschland und andere westeuropäische Staaten „ökonomisch gestärkt“. Ein wegen eines erzwungenen Abbruchs wütendes Deutschland wäre, so Baunov, „der westlichen Einheit ebenso schädlich wie der Anstoß, den Warschau und Kiew an dem Deal nahmen“.

Schädlicher sei das „Schauspiel der amerikanischen Impotenz“ gewesen. Nichts hätte dem Image der USA als „Leader“ mehr geschadet als ein fortgesetzter Kampf gegen etwas, was nicht zu verhindern sei. Am Schluss sei Washington klar geworden, dass Russland die Fertigstellung allein finanzieren könne, wenn nötig.

Wie die USA auf die ukrainische Regierung eingewirkt habe, um den Widerstand zu brechen, sei in einem Artikel von Politico nachlesen. Die USA und Deutschland hätten den Deal so angelegt, dass der Schaden für die Beziehungen zur Ukraine und zu Polen so gering wie möglich ausfielen. Damit stünden die USA nun da „als Freund einiger seiner Verbündeten und als Garant der Interessen anderer“.

Der in den USA und Europa geplante Übergang zur „grünen Energie“ in den nächsten 15 bis 20 Jahren werde den Gewinn ausgleichen, der Russland mit der Pipeline entstehe. Die Ukraine sei in diese europaweite Energiewende eingeschlossen.  PHK