Russlands Ohnmacht in Nord-Korea

Andrei Lankov: Russia’s waning influence on Nord Korea, Carnegie Moscow Center, 21.12.2020

von PHK
Carnegie Moscow Center

Pjöngjang wird seine Nuklearwaffen niemals aufgeben. Der Fokus sollte deshalb nicht auf Abrüstung gelegt werden, sondern auf Rüstungskontrolle und Reduzierung, meint Andrei Lankov. Nord-Korea werde nicht geduldig warten, bis die neue Regierung in den USA sich zu Verhandlungen bereit erklären, sondern Druck erzeugen durch Provokationen in Form von weiteren Atomtests und fortgesetzter Forschung.

Die Macht, die Nord-Korea einhegen könnte, sei China, das über genügend Mittel verfügt, um Nord-Koreas wirtschaftliche Nöte wegen der UN-Sanktionen zu mildern, und kein Interesse daran hat, dass die USA ihre Präsenz in der Region erhöhen.

Russlands Einfluss auf das kommunistische Regime schwindet, schreibt Lankov. "Russland kann keinerlei wirtschaftlichen Druck auf North-Korea ausüben." Moskau wolle auch gar nicht die hohen Kosten tragen, die eine solche Vermittlungsmission erzeuge. Stattdessen werde Moskau in dieser Sache in Chinas Windschatten bleiben. Wegen der Konfrontation mit dem Westen seit 2014 könne Russland ohnehin kein effektiver Vermittler sein.